Musikschule verabschiedet ihren langjährigen Leiter Wolfgang Bernhardt
Er lebte die Leidenschaft vor

Greven -

Er selbst räumte ein, in den ersten Jahren „etwas kriegerisch“ unterwegs gewesen zu sein. Die Gäste werteten das ganz anders. Wolfgang Bernhardt habe sich mit Herzblut und Leidenschaft für seine Musikschule eingesetzt. Am Freitag wurde der langjährige Leiter verabschiedet.

Sonntag, 22.09.2019, 14:20 Uhr aktualisiert: 22.09.2019, 14:58 Uhr
Zur Verabschiedung von Wolfgang Bernhardt hatten sich in der Kulturschmiede zahlreiche langjährige Weggefährten sowie aktuelle und frühere Amtsträger eingefunden. Es gab viele anerkennende Worte, Geschenke und – na klar: auch Musik.
Zur Verabschiedung von Wolfgang Bernhardt hatten sich in der Kulturschmiede zahlreiche langjährige Weggefährten sowie aktuelle und frühere Amtsträger eingefunden. Es gab viele anerkennende Worte, Geschenke und – na klar: auch Musik. Foto: Oliver Hengst

Das Projekt Dachausbau, angefangen vor immerhin 30 Jahren – es wird nun wieder Fahrt aufnehmen. Und wer weiß: Vielleicht wird auch das Motorradfahren wieder Thema. Jenes Hobby, das der junge Wolfgang Bernhardt einst aufgab, um keinen Unfall zu riskieren, der die Finger des jungen Oboisten hätten gefährden können. Was genau kommt? Das weiß er erst, wenn es soweit ist.

Klar ist nur: Das Kapitel Musikschule Greven/Emsdetten/Saerbeck ist für Wolfgang Bernhardt passé. Über 40 Jahre lang war er dort tätig, fast 20 Jahre deren Leiter. Am Freitag wurde er offiziell in den Ruhestand verabschiedet.

Mit vielen anerkennenden Worten, aber natürlich auch mit Musik durch die hauseigene „Banda di Musica“. Beim ersten Stück „Quiet City“ stand Bernhardt mit auf der Bühne. Das Stück erzählt die Geschichte eines Zerrissenen – und spiegelt somit, wie er selbst bekannte, durchaus seine eigene Gemütslage an diesem besonderen Tag wieder.

Ein Tag, an dem sich zahlreiche Weggefährten und wichtige Amtsträger eingefunden hatten, um jenen Mann in den Ruhestand zu verabschieden, der die Musikschule „mit großem Erfolg durch manche Tiefen, aber auch durch viele Höhen geführt hat“, wie Grevens Bürgermeister Peter Vennemeyer betonte. Er lobte Bernhardt als durchsetzungsstarken Strategen, der gleichwohl die Diplomatie beherrsche und sich immer „für „seine Musikschule ins Zeug gelegt habe“. Ihn habe als Musikschulleiter ausgezeichnet, was auch einen ambitionierten Instrumentalisten kennzeichne: Zielstrebigkeit und der Wille zur stetigen Verbesserung. Die drei Kommunen profitierten von der „hervorragenden Außenwirkung“ der Musikschule, nicht zuletzt, weil dort immer wieder auch „fantastische Musiker“ ausgebildet wurden.

Verabschiedung von Wolfgang Bernhardt als Musikschulleiter

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Uschi Wilken als Vertreterin der Verbandsversammlung bescheinigte Bernhardt Leidenschaft und Herzblut. „Toll, was sie alles auf die Beine gestellt haben.“

Der so gelobte hob den Wert der Musik als verbindendes Element hervor. „Sie gibt den meisten von uns eine innere Zufriedenheit, und das hat nichts mit Einkommen oder Karriere zu tun.“ Beim gemeinsamen Musizieren gebe es nur das „Wir“. Auf der Bühne spielten Wertschätzung und Respekt für den jeweils anderen – genau wie in der alltäglichen Arbeit in der Musikschule – eine zentrale Rolle. Dass diese Werte in der Gesellschaft zunehmend verloren zu gehen scheinen, bereitet ihm durchaus Sorgen.

Dass nun Schluss ist, bereitet ihm keine Sorgen. „Es ist eine guter Zeitpunkt, aufzuhören. Das hat nichts mit Verschleiß oder Verdruss zu tun. Es war immer mein Wunsch aufzuhören, wenn es am schönsten ist.“ Natürlich sei er nicht ganz frei von Wehmut. „Ich lasse ja auch eine ganze Menge hinter mir.“ Etwa ein „wunderbares Kollegium“, dem er genau so dankte wie anderen Weggefährten, die ihn bisweilen hätten „aushalten“ müssen.

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