Nach der Thomas-Cook-Pleite
Urlaubs-Chaos in drei Kategorien

Greven -

Nach der Insolvenz auch des deutschen Thomas-Cook-Ablegers laufen in den Reisebüros die Telefone heiß – natürlich auch in Greven. Primär ginge es derzeit darum, alle Urlauber nach der Reise wieder nach Hause zu bekommen. Danach stehen die potenziellen Urlauber auf der Liste.

Donnerstag, 26.09.2019, 16:30 Uhr
In zweieinhalb Wochen sind Herbstferien, viele haben Urlaube gebucht. Kunden der Thomas-Cook-Veranstalter wissen aber noch nicht, ob eine gebuchte Reise auch stattfinden kann.
In zweieinhalb Wochen sind Herbstferien, viele haben Urlaube gebucht. Kunden der Thomas-Cook-Veranstalter wissen aber noch nicht, ob eine gebuchte Reise auch stattfinden kann. Foto: Büttner Jens Z1003

Im Reisebüro arbeiten? Normalerweise doch eine feine Sache. Es geht ja auch darum, Menschen mit einer schönen Urlaubsreise glücklich zu machen. Doch im Moment sieht der Job ganz anders aus. Denn: Nach der Insolvenz auch des deutschen Thomas-Cook-Ablegers laufen in den Reisebüros die Telefone heiß.

„Telefonieren, Alternativen suchen, Kunden beruhigen“, antwortet Nicole Rosendahl vom Reisebüro Weischer auf die Frage, was denn zur Zeit auf der To-Do-Liste steht. Dabei hat sie es im Prinzip mit drei verschiedenen Anliegen zu tun. „Primär müssen wir uns um die Kunden kümmern, die momentan in den verschiedenen Ländern ihren Urlaub verbringen“, erzählt sie. Da habe es bei ihren Kunden bislang keine Probleme gegeben. „Die können alle in Ruhe ihren Urlaub bis zum Ende genießen.“

Was nicht für alle gilt. In diversen Foren in den sozialen Medien wird von Hotels berichtet, die ihren Gästen den Zugang zum Zimmer verwehren und von ihnen die Bezahlung des Aufenthalts verlangen. Ein Vorgehen, das nicht rechtens ist und im Prinzip sogar jeder Grundlage entbehrt, da auch die Hotels und Fluggesellschaften ihre Ansprüche über eine Versicherung bezahlt bekommen.

Die zweite Kategorie Thomas-Cook-Kunden sind die, die ihren Urlaub bis zum 13. September antreten möchten. „Die können definitiv ihren Koffer wieder auspacken“, erklärt Michael Bringemeier, Touristik-Leiter der Firma Weilke. „Für diese Kunden versuchen unsere Mitarbeiter Alternativen zu finden.“

Diese Kunden können ihr Geld, das sie für die Urlaubsreise bezahlt haben, bei dem von der „Zurich Insurance plc Niederlassung für Deutschland“ beauftragten Dienstleister „Kaera AG“ (www.kaera-ag.de) geltend machen. Aber hier ist klar: „100 Prozent ihrer Zahlungen wird wohl kein Kunde zurück erstattet bekommen“, erklärt Bringemeier. Denn: Die Versicherungssumme ist auf 110 Millionen Euro begrenzt. „Alle Branchenkenner gehen davon aus, dass der Schaden erheblich größer ist und somit jede Forderung nur im Anteil zur Versicherungssummer beglichen wird.“

Bleiben die Kunden, die nach dem 13. Oktober in den Urlaub starten wollen und bei einem der Thomas-Cook-Veranstalter gebucht haben. Denn was nach diesem Datum passiert, ist völlig unklar. Das Übel dabei: Die Herbstferien starten am Montag, 14. Oktober. Findet die Reise statt, oder findet sie nicht statt? „Wir hoffen, dass wir am Freitag (also heute) nähere Informationen zum weiteren Vorgehen bekommen“, erklärt Rosendahl.

Klar ist nur, dass man abwarten und die Reise nicht stornieren sollte. „Das kostet zum einen natürlich Storno-Gebühren. Und zum anderen ist man dann für den Insolvenzverwalter kein Fall mehr“, verdeutlicht Bringemeier. „Stornieren wäre das Dümmste, was man machen könnte.“

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