30-jähriges Bestehen des Ghana-Kreises der Martinus-Gemeinde
„Freundschaft braucht Gesichter“

Greven -

Vor 30 Jahren begann die Partnerschaft zwischen den Gemeinden St. Anne und St. Martinus, erstere liegt im Norden des westafrikanischen Landes Ghana.

Dienstag, 01.10.2019, 07:30 Uhr
Draußen sang und tanzte der Familiensingkreis, bevor über Ghana berichtet wurde.
Draußen sang und tanzte der Familiensingkreis, bevor über Ghana berichtet wurde. Foto: pin

Beide Gemeinden trennen rund 4650 Kilometer Luftlinie, Unterschiede in der Kultur und der Lebensweise, dem Alltag. Das sei aber nicht entscheidend, betont Pfarrer Klaus Lunemann, denn „wir leben auf einer Welt“. Auch Heide Fechner, die Vorsitzende des Ghana-Kreises der Gemeinde, genießt die Unterschiedlichkeit: „Wir lernen uns genau da kennen! Im Alltag, der Kultur und der Religion, wobei der Glauben unsere Wurzel ist.“

1989 begann die Partnerschaft auf Initiative des Bistums Münster, wobei der Kontakt zu Beginn schwierig war. „Wir haben Briefe und Kassetten verschickt, die haben dann aber mindestens sechs Wochen gebraucht“, erinnert sich Fechner und schmunzelt.

Allen sei bewusst gewesen, dass nur gegenseitige Besuche die Partnerschaft lebendig machen können. Es gebe ein afrikanisches Sprichwort, erzählt Fechner: „Freundschaft braucht Gesichter“.

Und die konnte durch die regelmäßigen Besuche entstehen: eine Freundschaft über alle Unterschiede und 4650 Kilometer hinweg, zwischen zwei Gemeinden auf zwei Kontinenten, zwischen zwei verschiedenen Lebensweisen, zwischen Ghanaern und Deutschen.

Zum Jubiläum fand kein Austausch statt, da nächstes Jahr ein Besuch einer Grevener Gruppe in St. Anne ansteht. Die Grevener können dann das 50-jährige Bestehen der Gemeinde mitfeiern.

Die Arbeit der Martinus-Gemeinde in Ghana vertritt dabei den Grundsatz, Hilfe zur Selbsthilfe leisten zu wollen. Dabei wurden drei Schwerpunkte gesetzt: die Förderung von Frauen, Unterstützung bei der Bildung und Hilfe für Aids-Kranke. Eine Getreide-Mühle ist angeschafft worden, neue Tische für die Schule. Aktuell wird ein Gasthaus errichtet, dass den Frauen ein regelmäßiges Einkommen sichern soll. Dabei bekam der Ghana-Kreis Unterstützung von der Frauengemeinschaft, dem Eine-Welt-Laden und auch von einigen Schulen.

Begangen wurde das Jubiläum mit einem Gottesdienst in der Martinus-Kirche. Pfarrer Lunemann wirbt in seiner Predigt nicht nur für die bereits bestehende Partnerschaft, er spricht eine klare „Bitte und Einladung“ aus, „nicht nachzulassen.“

Nach dem Gottesdienst bot sich für viele interessierte Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit ins Gespräch zu kommen. Im Haus der Begegnung wurde gemeinsam gegessen, Ghana in einem Film vorgestellt, ein afrikanisches Märchen vorgetragen und viel gelacht.

„Freundschaft braucht Gesichter“ – gerade in unserer Zeit. Wir stellen uns denen entgegen, die sagen: ‚ich zuerst‘. Wir ent-grenzen“, fasst Pfarrer Luhnemann die Partnerschaft zusammen.

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