Wenn der Dreck liegen bleibt 
Warnstreik der Reinigungskräfte am FMO

Greven -

Warnstreik am FMO: Die Reinigungskräfte am Flughafen kämpfen für bessere Konditionen. Von Dienstag- bis Mittwochmorgen stellen sie ihren Dienst ein und protestieren – allerdings ohne große Auswirkungen auf den Flugbetrieb.

Dienstag, 08.10.2019, 15:55 Uhr aktualisiert: 08.10.2019, 16:19 Uhr
Sauberkeit hat ihren Preis: Die Reinigungskräfte am FMO und an anderen Flughäfen streiken für bessere Konditionen.
Sauberkeit hat ihren Preis: Die Reinigungskräfte am FMO und an anderen Flughäfen streiken für bessere Konditionen. Foto: Peter Beckmann

Jetzt wird's richtig dreckig: Der Spruch auf dem Plakat ist wohl wortwörtlich gemeint. Gezeigt haben ihn am Dienstag die Reinigungskräfte am Flughafen Münster-Osnabrück . Der Grund: Ein Streik eben dieser von 5 Uhr am Dienstag bis 5 Uhr am Mittwoch.

Die Reinigungskräfte – es sind zum Großteil Frauen – wollen mit dem Warnstreik die Arbeitgeber dazu anstoßen, sich nach sechs ergebnislosen Verhandlungsrunden zu bewegen. Arbeitgeber der Reinigungskräfte am FMO ist das Unternehmen Piepenbrock, eines der größten Dienstleistungsunternehmen in Deutschland mit Sitz in Osnabrück.

Forderungen der IG Bau

Die IG BAU fordert für ihre Mitglieder Weihnachtsgeld, Zuschläge für Überstunden, für die Arbeit an Feiertagen sowie für qualifizierte und schwere Arbeiten. „Darüber weigern sich die Arbeitgeber zu verhandeln“, erklärt Sascha Brüggemann , Gewerkschaftssekretär der IG BAU, am Dienstagmorgen. „Teilzeitkräfte und Mini-Jobber sollen in Sachen Überstunden-Zuschlag praktisch leer ausgehen, obwohl ein Großteil der Reinigungskräfte nur einen Teilzeitvertrag oder einen 450-Euro-Job hat.“

Anstatt die Arbeit der Reinigungskräfte wertzuschätzen, werde von den Arbeitgebern versucht, ihnen sogar noch etwas wegzunehmen, sagte Brüggemann. Aus diesem Grund hätten die Arbeitgeber den Rahmentarifvertrag gekündigt. „Und einige Arbeitgeber üben sogar Druck auf ihre Arbeitnehmer aus, neue und schlechter gestellte Verträge zu unterschreiben. Das ist wenig sozial.“

Rund 30 Reinigungskräfte nahmen am Dienstag an dem Warnstreik am FMO teil. „Wir haben hier einen gewerkschaftlichen Organisationsgrad von rund 90 Prozent“, erklärt Brüggemann während auf einmal Pfiffe und Buh-Rufe durchs Terminal schallen. „Die Männer dort sind Streikbrecher, die von Piepenbrock eingesetzt werden“, zeigt er auf eine kleine Gruppe.

Keine Auswirkungen auf den Flugverkehr

Ob es nun die sind, oder Reinigungskräfte, die nicht mitstreiken: Nach Angaben des Flughafens hat der Warnstreik so gut wie keine Auswirkungen auf den Flugverkehr. „Die Flugzeuge werden von den noch arbeitenden Reinigungskräften und den Flugbegleitern gesäubert, da gibt es kaum Verzögerungen“, erklärte Detlef Döbberthin, Pressesprecher des FMO.

Überhaupt: Die Reinigung der Flugzeuge durch die Flugbegleiter sei zum Beispiel bei Lauda-Air schon Alltag. „Und das wird bei anderen Fluggesellschaften auch immer öfter praktiziert“, sagte Döbberthin. Grundsätzlich würden die Reinigungsunternehmen von den Fluggesellschaften beauftragt. „Meistens sind das dann die, die hier auch den Flughafen selbst reinigen.

Wir haben es da schon mit einigen Sauereien zu tun.

Reinigungskraft

Die Reinigungskräfte müssen für ihren Stundenlohn von 10,56 Euro einiges leisten. „Für die Reinigung eines Linienfliegers haben wir fünf Minuten, für einen Ferien-Flieger 15 Minuten Zeit“, erzählt eine der Frauen. Und so ganz erfreulich sei das auch nicht immer. „Erbrochenes auf oder unter den Sitzen, gebrauchte Windeln in den Sitz-Netzen – wir haben es da schon mit einigen Sauereien zu tun“, erzählt die Frau. Trotz allem gefalle ihr der Job. „Es ist zwar harte Arbeit, aber wir haben dabei viel Abwechslung.“

Dass der Warnstreik am Dienstag viel bringen wird, scheint auch Brüggemann nicht zu glauben. Im Gespräch mit Polizeibeamten kündigt er schon weitere Aktionen an. „Ich schätze, dass wir uns hier noch öfter sehen“, sagte er.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6987965?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F
WWU Baskets triumphieren mit 93:87 in Düsseldorf - Jojo Cooper mit 26 Punkten
Basketball: Pro B: WWU Baskets triumphieren mit 93:87 in Düsseldorf - Jojo Cooper mit 26 Punkten
Nachrichten-Ticker