Königsstraße 8 – die korrigierte Geschichte
Das Haus der Witwe Schründer

Greven -

Die Geschichte des denkmalgeschützten Hauses Königstraße 8 geht bis ins Jahre 1849 zurück. In unserem Bericht über die jüngste Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung und Umwelt sind offenbar einige Fakten durcheinandergeraten. Hans-Christoph Surkau hat diese in einem Schreiben an die Redaktion korrigiert – ein interessanter Einblick in die Geschichte der Textilindustriegemeinde Greven.

Donnerstag, 10.10.2019, 22:07 Uhr aktualisiert: 10.10.2019, 22:10 Uhr
Das Haus an der Königstraße 8 wurde 1849 errichtet.
Das Haus an der Königstraße 8 wurde 1849 errichtet. Foto: Günter Benning

„Das Haus an der Königstraße Nr. 8 wurde 1849 von der Witwe des 1845 verstorbenen Kaufmanns Bernhard (I.) Schründer , Maria Amnna Schründer geb. Wegmann erbaut. Der Bauantrag für den Bau eines Hauses „an der Strasse nach Ladbergen“ ist im Stadtarchiv Greven noch vorhanden.

1861, nach ihrem Tod, erbte ihr ältester Sohn, der Kaufmann und Mühlenbesitzer Bernhard (II.) Schründer das Haus. Dieses und das dazugehörige Grundstück blieben bis 2010 im Besitz dieses Familienzweiges der Familie Schründer.

Der im Zeitungsartikel erwähnte Kaufmann Erwin Schründer gehörte zu einem anderen Zweig der Familie und hat mit dem Haus Königstraße 8 nichts zu tun.

Das Grundstück war ursprünglich länger als heute und schloss auch Teile des heutigen Grundstücks Dr. Sprakel mit ein, war aber andererseits viel schmaler.

Die Grundstücksgrenze verlief parallel zur König­straße, etwa ab der südlichen Ecke des „Nebenhauses“ (heute Dentallabor Fieke).

Nach Norden hin reichte das Grundstück bis an die heutige Kante des Radweges, hier wurden im Rahmen der Ausbaus der Königstraße in den 80ger Jahren etwa drei Meter, bis an die Hauswand, enteignet.

Nach Süden hin schlossen sich verschiedene Gärten, ebenfalls lange und schmale Grundstücke, an, die den in der Münsterstraße wohnenden Familien, zum Beispiel Schwartze, Brokötter, Overkamp gehörten.

Die Gärten wurden in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg umgelegt und so entstanden dort die Grundstücke Schwarzte und Brokötter an der Sachsenstraße.

Das Grundstück Königstraße Nr. 8 wurde damals nach Süden hin erweitert, verlor aber dafür seine Anteile an den heutigen Grundstücken Königstrasse 12 und 14.

Die heutige Bepflanzung entstand erst in den 60ger Jahren nach der Umlegung der Gartengrundstücke. Das Haus war daher auch nicht „früher mit einem schönen Park ausgestattet“.

Es ist ebenfalls nicht richtig, dass „im Hof der alten Villa bereits zwei Mehrfamilienhäuser entstanden“ seien, wie es in einer Bildhunterschrift des Artikels über den ASU heißt. Diese stehen auf den Grundstücken Schwartze und Brokötter, die niemals zum Grundstück Königstraße 8/10 gehörten.

Übrigens war in den 60ger Jahren des 19. Jahrhunderts in dem „Nebenhaus“, heute Dentallabor Fieke, eine Privatschule untergebracht in der die Grevener Kaufmannssöhne auf das Gymnasium vorbereitet werden sollten, ein Vorläufer der späteren Grevener Rektoratsschule.

Die eigentliche „Verschandelung“ des Hauses, die ja in dem Artikel deutlich angesprochen wurde, ist durch die Maßnahmen zur Verbreiterung der Königstraße in den 80ger Jahren geschehen, die Hans Galen seinerzeit energisch, aber leider erfolglos, bekämpft hatte.

Damals wurde der Vorgarten mit dem frontalen Treppenaufgang und die gesamte Gartenmauer mit Zaun, von der noch die Reste an der Westseite zu sehen sind, abgerissen.

Der heutige seitlich angelegte Treppenaufgang wurde damals neu gebaut. Eigentlich hatte die Stadt vorgeschlagen, der Hauseingang mit Treppe sollte nach innen verlegt werden. Dies war jedoch – gottlob – nicht möglich, da dadurch der historische Gewölbekeller unter dem Gebäude zerstört worden wäre.

Die Beschreibung des „Rahmenplanes“ für das Gebiet wäre etwas verständlicher gewesen, wenn man einen Auszug aus dem Stadtplan mitgedruckt hätte, aus dem das Bebauungsgebiet des Rahmenplans hervorgeht.

Ein „Dreieck“ zwischen Königstraße und Sachsenstraße gibt es nicht, denn beide Straßen verlaufen parallel“, heißt es in dem Bericht von Surkau.

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