Neue Mensa für die Grundschule: 700 000 Euro mehr als ursprünglich kalkuliert
Schul-Bau wird (noch) teurer

Reckenfeld -

Erst sollte der Mensa-Anbau an der Erich-Kästner-Grundschule 2,9 Millionen Euro kosten, dann 3,15 Millionen. Nun landet sie Stadt mit ihrer Berechnung bei knapp 3,7 Millionen Euro. Eine Steigerung, die den Mitgliedern des Schulausschusses gar nicht schmeckte.

Samstag, 12.10.2019, 10:26 Uhr aktualisiert: 12.10.2019, 10:50 Uhr
Greven im Speckgürtel von Münster gilt im Bausektor als Hochpreisgebiet. Das wirkt sich momentan auf alle Arbeiten aus – auch auf den geplanten Mensa-Neubau an der Reckenfelder Erich-Kästner-Gemeinschaftsgrundschule.
Greven im Speckgürtel von Münster gilt im Bausektor als Hochpreisgebiet. Das wirkt sich momentan auf alle Arbeiten aus – auch auf den geplanten Mensa-Neubau an der Reckenfelder Erich-Kästner-Gemeinschaftsgrundschule. Foto: Oliver Hengst

Und der Umstand, dass dies während des Tagesordnungspunktes „Eingänge und Mitteilungen“ verkündet wurde, ebenfalls nicht.

„Wir haben keine andere Chance, als das so zu akzeptieren“, sagte Ausschussvorsitzender Dr. Michael-Kösters Kraft (Grüne), der gleichwohl betonte, dass die Kostensteigerung „ärgerlich“ sei. Offenbar seien Zahlen innerhalb der Verwaltung nicht richtig weitergeben worden. „Man kann aber nicht sagen: Wir bauen deshalb nicht.“

Auch Jürgen Diesfeld ( CDU ) war unzufrieden, zumal die Kostensteigerung „nicht vom Himmel gefallen“ sei. Er „kritisiere in höchstem Maße“, dass dies quasi nebenbei mitgeteilt werde.

Etwas anders sieht es Ernst Reiling (Reckenfeld direkt): „Sich über die Mehrkosten aufzuregen ist nicht angebracht.“ Es gebe Zeitdruck, der Anbau müsse rasch realisiert werden.

Kösters-Kraft legte später noch mal nach, weil es nach seiner Einschätzung derzeit an vielen Stellen hake. Der Mensa-Neubau des Marienschulzentrums habe sich um ein Jahr verzögert, nun stelle sich auch noch heraus, dass die Bestuhlung fehle – kurz vor der geplanten Eröffnung. „Ein unmöglicher Zustand.“ Er sei damit „sehr, sehr unzufrieden. Das sind Sachen, die sich häufen.“

All das prasselte auf Aloys Wilpsbäumer, Leiter der Technischen Betriebe ein, der sagte: „Ich habe Verständnis dafür, dass sie verärgert sind.“ Aber: Man baue nun mal in einer Hochpreisphase. Und man dürfe nicht vergessen, dass im Laufe der Beratungen der Umfang der Bauarbeiten angestiegen sei. „Wir haben 9 Prozent mehr Fläche. Das relativiert sich.“ Unter anderem sei in der ersten Kalkulation der Mensa noch kein Musikraum und keine Instrumentenlager enthalten gewesen. Das Raumkonzept sei in Absprache mit der Schule angepasst worden, worüber die Politik in den jeweiligen Fachausschüssen auch informiert worden sei.

Wilfried Roth (FDP) kennt den Bausektor und berichtete, dass momentan Preisaufschläge von 15 bis 20 Prozent üblich seien.

Wilpsbäumer setzt darauf, dass das letzte Wort in Sachen Kosten noch nicht gesprochen ist. „Man kann bei der Ausfertigungsplanung kreativ sein“ Auch könne der Zeitpunkt der Ausschreibung einen Einfluss auf die Preise haben, die die interessierten Firmen anbieten. Apropos Ausschreibung: Ob die knapp 3,7 Millionen tatsächlich erreicht werden, ist offen. Das Ergebnis der Ausschreibung kann laut Wilpsbäumer auch eine geringe Baukostensumme ergeben.

Andere Chancen auf Kosteneinsparungen dürften unberücksichtigt bleiben. Der Verzicht auf Fenster und entsprechende Verdunkelung an einer Stelle würde 25 000 Euro sparen. Eine gleich große Summe wurde auch der Verzicht auf eine begrüntes Dach einbringen. Dies steht aber aus Gründen den Klimaschutzes offenbar nicht ernsthaft zur Debatte.

Von der Preissteigerung (noch) unberührt ist die ebenfalls anstehende Sanierung eines Teils des Altbaus. Diese soll nach dem Mensa-Neubau in Angriff genommen werden.

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