SPD Reckenfeld will die Zweirad-Mobilität fördern
„Radfahren bequemer machen“

Reckenfeld -

Die Reckenfelder Sozialdemokraten wollen das Radfahren fördern und so auch Emissionen vermeiden. Unter anderem fordern sie eine Bezuschussung von Lastenrädern.

Donnerstag, 17.10.2019, 17:45 Uhr aktualisiert: 18.10.2019, 16:14 Uhr
Die Reckenfelder SPD möchte die Anschaffung von Lastenrädern bezuschussen.
Die Reckenfelder SPD möchte die Anschaffung von Lastenrädern bezuschussen.

Was er von Radfahrer-Schutzstreifen hält? „Gar nichts“, sagt Wolfgang Klaus ( SPD ) deutlich. Wenn es darum geht, das Radfahren attraktiver zu machen, dann hat er andere Ideen im Sinn. Radwege ja – aber bitte keine, die man sich mit Autofahrern teilen muss. Münster habe exakt wegen dieser Radfahrerschutzstreifen den Status als fahrradfreundliche Kommune eingebüßt, sagt Parteikollege Wolfgang Voß .

„Wir wollen das Radfahren fördern und so auch Emissionen vermeiden“, sagt Klaus. Wenn er „wir“ sagt, meint er damit die Reckenfelder SPD: „Für uns ist das ein wichtiges Thema“, bestätigt der Ortsvereinsvorsitzende Hermann Honermann. Mit dem neuen Radweg zwischen Greven und Reckenfeld entlang der B481 gebe es nun eine gute Anbindung. „Wir sind da auf einem guten Wege“, findet Honermann. Aber man sei, findet Klaus, erst am Anfang und noch lange nicht am Ende. „Man muss das Radfahren bequemer machen.“ Nur so gelinge es, Menschen aufs Rad zu locken und sie so dazu zu bringen, das Auto immer häufiger stehen zu lassen. „Bei jeder Infrastrukturmaßnahme muss das Thema Radfahren mitgedacht werden“, fordert Klaus, der selbst passionierter Radfahrer ist und allein in diesem Jahr rund 3000 Kilometer Autofahrten eingespart hat.

Er fordert ein schlüssiges Fahrradwegekonzept ein. Auch das Thema Fahrradstation am Reckenfelder Bahnhof liegt ihm am Herzen. Im Alltag mindestens genauso wichtig: Der Zustand der Radwege. Der sei an etlichen Stellen in Reckenfeld alles andere als vorbildlich. Vorbilder könnten Venlo oder Enschede sein, wo die dortigen Verkehrsplaner sehr umfänglich auf die Bedürfnisse des nicht motorisierten Verkehrs eingingen.

Und nicht zuletzt ist auch der Radverkehr im Wandel. Immer mehr E-Bikes (schnell), immer mehr Lastenräder (breit) – „die Infrastruktur dafür muss hergestellt werden“, ordert Klaus.

Apropos Lastenräder: In einem Antrag macht sich die SPD für die Förderung dieser klimafreundlichen Transportmittel stark. Die Stadt soll nach den Vorstellungen der Sozialdemokraten Zuschüsse für die Anschaffung von ein- und zweispurigen Lastenrädern gewähren. Für einen Lasten/Kinderanhänger soll es maximal 150 Euro Zuschuss geben, für ein muskelbetriebenes Lastenrad bis zu 500 Euro, für eine solches mit E-Antribe bis zu 1000 Euro – jeweils jedoch höchstens 30 Prozent des Kaufpreises. In der Genuss der Förderung sollen kommen: Privatpersonen, vorrangig junge Familien und Familien mit gehandicapten Angehörigen; Freiberufler; Eingetragene Vereine und Körperschaften des öffentlichen Rechts; Gewerbebetriebe und Unternehmen; Hauseigentümergemeinschaften und Quartiersgemeinschaften (alle jeweils mit Wohnsitz oder Niederlassung in Greven). Die SPD schlägt vor, dass die Förderung (Gesamtvolumen 15 000 Euro pro Jahr) schon im kommenden Jahr beginnen und nur für fabrikneue Fahrzeuge gelten soll. Zur Begründung führt die SPD an, dass im städtischen Bereich die Hälfte aller Autofahrten kürzer als drei Kilometer sind – mithin eine Distanz, die auch gut mit Fahrrädern bewältigt werden könne. Lastenrädern seien ein Beitrag zum emissionsfreien Transport.

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