Die 9. Skulptur: Manfred Schlüters Kunstwerk am Emsdeich
Der Pons Beuning-Webstuhl

Greven -

Er fehlte. Aber in allen Reden war Pons Beuning am Samstagmorgen zugegen. Vor zwei Wochen war der 82-jährige Kurator der Emsskulpturen-Ausstellung verstorben. „Dieses Projekt war sein Leben“, sagte Annegret Lang aus der Efi-Gruppe, die ihn vertrat, um das neunte Kunstwerk auf dem Deich zu übergeben.

Montag, 21.10.2019, 06:26 Uhr aktualisiert: 21.10.2019, 06:30 Uhr
Der Webstuhl von Manfred Schlüter wurde am Samstag im Nieselregen, aber bei reger Beteiligung seiner Bestimmung übergeben.
Der Webstuhl von Manfred Schlüter wurde am Samstag im Nieselregen, aber bei reger Beteiligung seiner Bestimmung übergeben. Foto: Günter Benning

Der Künstler Manfred Schlüter aus Gladbeck hat es aus rötlichem Stahl hergestellt. Ein symbolisierter Webstuhl in Erinnerung an Grevens Textilindustrie. Er will ihn seinem Freund widmen, dessen Frau Ria bei der Übergabe zugegen war: „Der Pons Beuning-Webstuhl.“

Übergabe des Kunstwerks mit Efi-Gruppe, Stadtvertretern, Künstler und Sponsor.

Übergabe des Kunstwerks mit Efi-Gruppe, Stadtvertretern, Künstler und Sponsor. Foto: Günter Benning

Natürlich wurde die Skulpturen-Vernissage im Nieselregen zu einer Hommage an Pons Beuning , der vor zwei Jahren erst die ersten Kunstwerke am Deich vorstellen konnte. „Das war ein tolles Tempo“, sagte die stellvertretende Bürgermeisterin Christa Waschkowitz-Biggeleben. Damals wurde Beunings eigenes „Love-Board“ installiert, dazu kamen die beiden ersten „Wellenbänke“ von Manfred Schlüter. Kunst zum Anfassen und Verweilen.

„Pons‘ herumwuselnde Kreativität war für uns gewöhnungsbedürftig“, meinte Annegret Lang, die mit Werner Peters und Sepp Weber zu der Efi-Gruppe gehört, die das Skulpturenprojekt umsetzt, „seine Hartnäckigkeit konnte manchen Beteiligten nerven – aber der Erfolg hat ihm Recht gegeben.“

Von dieser Hartnäckigkeit konnte auch Sponsor Ulrich Riestenpatt gt. Richter berichten. Bis die mahnenden Hände am Deich standen, gab es nämlich zahlreiche Abstimmungen: „Wir haben uns kreativ eingemischt.“ Statiker mussten die Windfestigkeit abschätzen, der Betonsockel geht einen Meter in die Tiefe, der Standort musste mit der Bezirksregierung abgestimmt werden – viel Bürokratie.

Für Manfred Schlüter war das alles sehr emotional. „In Greven habe ich eine wunderbare Art der Bürgerbeteiligung erlebt“, sagte der Künstler am Deich, „die Kunst macht die Stadt liebenswert – sie ist wie eine Visitenkarte.“

Ein wenig im Schatten der Webstühle wurde auch noch eine Skulptur mit Vorgeschichte am Deich präsentiert: Die EMSnessie der Künstlerin Lee Hook Hübscher. Die war ursprünglich für eine Ausstellung im Ruhrgebiet geschaffen worden, hatte dann vor dem Druckhaus Cramer gestanden, war schließlich zum Golfplatz versetzt worden. Und weil dort derzeit umgebaut wird, erklärte Wilhelm Beuning, habe man einen neuen Platz gesucht. So wurde aus dem ursprünglichen „Drachen“ das „Ungeheuer“ an der Ems. „Ich habe als Zwölfjähriger das Ungeheuer Ems erlebt“, sagt Beuning, „nach dem Hochwasser wurde der Deich gebaut.“ So sei dieses Fluss-Ungeheuer gebändigt worden. In der Kunst von Lee Sook Hübscher werde daran erinnert.

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