Herbert Verlage sammelt Spenden für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge
Versöhnung steht im Mittelpunkt

Greven -

Karl Cramm aus der Nähe von Hannover ging es lange Zeit wie vielen anderen auch: Er wusste, dass sein Vater im Zweiten Weltkrieg in der Schlacht von Stalingrad gestorben war, aber nicht, wo genau er gefallen und bestattet ist. Jahrzehnte lang galt der Soldat offiziell als vermisst.

Samstag, 02.11.2019, 20:12 Uhr aktualisiert: 03.11.2019, 17:44 Uhr
Eine deutsche Kriegsgräberstätte in Eger/Tschechien. Der Volksbund kümmert sich im Auftrag der Bundesregierung um die Aufgabe, die Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland zu erfassen, zu erhalten und zu pflegen.
Eine deutsche Kriegsgräberstätte in Eger/Tschechien. Der Volksbund kümmert sich im Auftrag der Bundesregierung um die Aufgabe, die Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland zu erfassen, zu erhalten und zu pflegen.

Bis eines Tages in der Nähe des heutigen Wolgograd eine Erkennungsmarke gefunden wurde, die eindeutig dem Vater zugeordert werden konnte. Cramms Vater wurde schließlich – zusammen mit mehr als 1800 anderen Soldaten – beigesetzt. Endlich hatte Karl Cramm Gewissheit und ein Grab, an dem er, selbst immerhin schon 83 Jahre alt, Abschied nehmen konnte. „Ich bin traurig und froh zugleich“, sagte er dem Magazin „Frieden“ des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge .

Herbert Verlage sammelt für Kriegsgräber.

Herbert Verlage sammelt für Kriegsgräber. Foto: oh

Herbert Verlage aus Greven, dessen Vater ebenfalls in Russland fiel, hat den Bericht gelesen. „Das geht einem unter die Haut“, sagt er. Was auch erklärt, warum sich der Grevener seit 2009 als Spendensammler für den Volksbund engagiert. Der erste Kontakt zu dem Verein hatte eben mit Verlages Suche nach seinem vermissten Vater zu tun. Daraus erwuchs ein jahrelanges Engagement für den Volksbund, das bis heute andauert. „Weil es notwendig ist, dass weiter geforscht wird“, sagt Verlage.

Wie notwendig, zeigen aktuelle Zahlen des Volksbundes: Noch immer gehen jährlich rund 25 000 Anfragen von Hinterbliebenen ein, die das Schicksal ihrer gefallenen Angehören klären möchten. Auch die Gräbersuche im Onlinebereich wird vieltausendfach angeklickt.

Verlage trägt das Ziel des Volksbundes mit, das Wissen über die Geschichte wach zu halten, um Lehren für die Zukunft ziehen zu können. Letztlich dient das Engagement dem großen Ziel: Verhindern, dass es jemals wieder Krieg gibt.

Daher ist es Verlage auch ein besonderes Anliegen, Jugendcamps zu unterstützen, bei der sich junge Menschen mit dem durchaus sperrigen Thema Kriegsvergangenheit auseinandersetzen.

Für Verlage eine ganz wichtige Sache, denn die Sinnlosigkeit des Krieges müsse gerade jenen vor Augen geführt werden, die noch nie Krieg erleben mussten. Der Gedanke der Versöhnung und des friedlichen Miteinanders steht bei diesen Jugend-Workshops im Mittelpunkt.

Möglich werden solche Camps auch durch Spenden, wie sie jedes Jahr von Herbert Verlage eingesammelt werden. Gleiches gilt für das Suchen, Bergen und gegebenenfalls Umbetten der gefallenen Soldaten in würdige Grabstätten. Dabei geht es dem Grevener, das ist Verlage ganz wichtig, keineswegs um Kriegsverherrlichung oder Soldatenkult – ganz im Gegenteil. Er will helfen, an den Krieg zu erinnern, um den Frieden zu bewahren.

Das treibt den Grevener an, jedes Jahr im November auf Sammeltour zu gehen. Auch dieses Jahr wieder putzt er bis Anfang Dezember Klinken. Wer die Sammlung unterstützen möchte erreicht Herbert Verlage (Kolpingstraße 22) unter ✆ 02571/32 14.

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