Entsorgungs-Gebühren für einen Musterhaushalt steigen um 5,2 Prozent
„Kein überproportionaler Anstieg“

Greven -

Die Gebühren für Müllentsorgung, Abwasser und Straßenreinigung steigen im kommenden Jahr für eine vierköpfige Familie um rund 5,4 Prozent. Bei der Restmüll-Gebühr wird ab dem kommenden Jahr die Gebühr für den Wertstoffhof, der im Januar in Betrieb geht, eingepreist.

Freitag, 08.11.2019, 11:43 Uhr aktualisiert: 08.11.2019, 11:50 Uhr
Die Firma Reiling entsorgt in Greven die Restmüll- und die Biotonnen. Der Vertrag ist bis zum Jahr 2021 gültig, könnte aber auch ohne neue Ausschreibung um ein Jahr verlängert werden.
Die Firma Reiling entsorgt in Greven die Restmüll- und die Biotonnen. Der Vertrag ist bis zum Jahr 2021 gültig, könnte aber auch ohne neue Ausschreibung um ein Jahr verlängert werden. Foto: Peter Beckmann

Müll ist der Rohstoff der Zukunft, hat einmal ein schlauer Mann gesagt. Aber so ganz hat diese Zukunft noch nicht begonnen. Und bis es endgültig soweit ist, müssen die Müll-Produzenten – in diesem Fall der Bürger – für die Entsorgung des Mülls zahlen. Im kommenden Jahr steigen die Gebühren für Restmüll, Biomüll, Schmutzwasser, Niederschlagswasser, Straßenreinigung und Winterdienst um insgesamt 5,2 Prozent.

Besonders die Entsorgung des Biomülls wird deutlich teurer. Allerdings hat die Stadt Greven, besser gesagt die Technischen Betriebe Greven (TBG), darauf kaum Einfluss. „Beim Biomüll sind wir gegenüber der EGST andienungspflichtig“, erklärte Aloys Wilpsbäumer , Chef der TBG, während der Sitzung des Betriebsausschusses am Mittwochabend. Kompliziertes Wort, heißt aber nichts anderes, als das die Stadt Greven den Biomüll beim Kompostwerk der EGST im Bioenergiepark in Saerbeck abliefern muss. Aber die EGST hat die Gebühren für die Entsorgung um 14 Prozent erhöht.

Aber auch der Restmüll wird teurer. Ein Grund sind die Kosten für den Betrieb des Wertstoffhofes, der Anfang des kommenden Jahres in Betrieb gehen wird. „Wir hatten dafür im Vorfeld 4,10 Euro pro Kopf kalkuliert, aber die Kosten fallen deutlich geringer aus und werden bei zwei bis drei Euro landen“, sagte Wilpsbäumer.

Kurios: Die Gebühren für die Entsorgung von großen Restmülltonnen sinken, wohingegen die Entsorgungskosten für kleine Tonnen steigen. „Das ist kontraproduktiv beim Bestreben die Müllmengen zu senken“, sagte Peter Borggreve (Grüne). Dem stimmte Wilpsbäumer zu.

 

„Das ist genau das Thema, mit dem wir uns bei einer möglichen Neuausschreibung der Müllentsorgung frühestens im Jahr 2021 beschäftigen müssen“, sagte der TBG-Chef, der im Anschluss in die Zukunft blickte und von einem kleineren Angebot bei den Tonnengrößen, unterschiedlichen Entsorgungs-Zyklen und digitalen Chips für die Tonnen sprach.

Bei den Abwasserkosten spielten vor allem die Maßnahmen eine Rolle, die die Stadt zur Abwehr einer eventuellen Sturzflut ergriffen hat. „Und auch die vierte Reinigungsstufe der Kläranlage schlägt sich in den Gebühren nieder“, sagte Wilpsbäumer. Umweltschutz koste eben Geld, so sein Resümee.

Die übliche Frage: „Warum ist die Müllentsorgung in Emsdetten so deutlich billiger?“, wollte Johannes Wilp (CDU) wissen. „Emsdetten bietet nur größere Tonnen an, dadurch entstehen geringere Kosten pro Liter“, erklärte Wilpsbäumer. Außerdem müsse man das Gesamtpaket betrachten. „Das Gesamtangebot in Emsdetten ist deutlich geringer“, sagte er und nannte die kostenlose Grünabfallentsorgung, die Strauchschnitt-Sammlung und einen Wertstoffhof – Angebote, die es in Emsdetten so nicht gebe.

Aber letztendlich seien die Gebühren, wenn man sie inflationsbereinigt betrachte, nicht überproportional gestiegen. Der Meinung waren dann wohl auch alle Ausschussmitglieder, die die neue Gebührensatzung für das kommende Jahr einstimmig absegneten.

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