Vortrag über den Schöpfungsglauben in Zeiten der ökologischen Krise
Vom Menschen zerstört?

Greven -

„Macht euch die Erde untertan“: Nie war der Mensch so sehr in der Lage, diesen biblischen Herrschaftsauftrag so schonungslos umzusetzen, wie seit dem Siegeszug von Wissenschaft und Technik. Mit dieser im derzeitigen Klimadiskurs hochaktuellen Thematik befasste sich am Montag, der KKV Greven zusammen mit Lars Schäfers, Wissenschaftlicher Referent der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle (KSZ).

Donnerstag, 07.11.2019, 17:42 Uhr aktualisiert: 07.11.2019, 18:01 Uhr
Lars Schäfer diskutierte mit Grevenern über die ökologischen Folgen des Schöpfungsglaubens.
Lars Schäfer diskutierte mit Grevenern über die ökologischen Folgen des Schöpfungsglaubens. Foto: KKV

Klimawandel und Umweltkrisen lassen heute mehr denn je die Schattenseiten des wissenschaftlich-technischen Fortschritts hervortreten. Schäfers betonte, dass das Christentum dabei einerseits mit seinem biblischen Unterwerfungsbefehl eine ökologische Mitschuld trage, andererseits insbesondere Papst Franziskus mit seiner Idee der ganzheitlichen Ökologie auch einen Lösungsweg biete.

Dieser habe auch die jüngste gegangene Amazonassynode geprägt. Der Referent führte aus, dass ganzheitliche Ökologie immer sowohl auf Transformationen der wirtschaftlich-technischen Makroebene als auch auf Lebensstiländerungen im Sinne einer „ökologischen Bekehrung“ auf der Mikroebene des je Einzelnen abziele.

Dabei seien jedoch die sozialen und wirtschaftlichen Belange ebenso mit einzubeziehen. Ohne Wirtschaftswachstum gebe es zum Beispiel keine Innovation im Kampf gegen den Klimawandel.

Auf Grundlage der biblischen Hoffnungsvision von einem neuen Himmel und einer neuen Erde schließt Schäfers: außerhalb der Schöpfung kein Heil. Glaube und Vernunft, Spiritualität und Technik, biblischer Schöpfungsglaube und naturwissenschaftliche Welterschließung können – so das Kernfazit des Vortrags – in Zeiten der Klimakrise zu einer neuen Symbiose finden, damit die „Krone der Schöpfung“ nicht zu deren „Fallbeil“ werde.

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