Durchgang zum Marktplatz verschlossen
Sperre soll Radfahrer schützen

Reckenfeld -

Dreimal der gleiche Unfall: Jeweils war im Kreisverkehr ein Radfahrer mit einem Auto kollidiert. Und immer hatten die Radfahrer den Radweg in der falschen Richtung benutzt. Deshalb wurde jetzt der Durchgang vom Kreisverkehr zum Marktplatz gesperrt.

Samstag, 16.11.2019, 19:38 Uhr aktualisiert: 16.11.2019, 21:00 Uhr
Eine Sperre nebst neu positionierter Bank verschließt den bisherigen Durchgang vom Kreisverkehr zum Marktplatz. Folge: Manche Radfahrer machen nun einen kurzen Umweg, benutzen den Radweg aber weiter in falscher Richtung, was zuletzt zu Unfällen führte.
Eine Sperre nebst neu positionierter Bank verschließt den bisherigen Durchgang vom Kreisverkehr zum Marktplatz. Folge: Manche Radfahrer machen nun einen kurzen Umweg, benutzen den Radweg aber weiter in falscher Richtung, was zuletzt zu Unfällen führte. Foto: Oliver Hengst

Sie fuhren aus Richtung Kirchplatz kommend über die Grevener Landstraße Richtung Edeka und wurden von Autofahrern, die aus dem Kreisverkehr Richtung Süden ausfuhren, übersehen. In allen drei Fällen waren die Radfahrer durch den (früher offenen) Durchgang des Marktplatzes zum Kreisverkehr gekommen.

Wenn innerhalb einer kurzen Zeit drei gleich gelagerte Unfälle an ein und derselben Stelle passieren, ruft das die Unfallkommission auf den Plan, in der neben der Polizei auch der Kreis und die Bezirksregierung vertreten sind. Die Kommission war im Mai in Reckenfeld unterwegs und empfahl eben die nun erfolgte Sperrung.

Für Wolfgang Klaus (SPD) ist die Sperrung nicht die richtige Antwort: „Ich halte die Maßnahme, das Absperren dieses Durchgangs, für nicht angemessen, um hier den Unfällen zu begegnen“. Dafür gab es Zustimmung aus den Zuschauerreihen. Offensichtlich stellten sich mehrere Einwohner die Frage gestellt, was es mit der plötzlichen Sperrung auf sich hat.

Auch für Ludger Mussenbrock vom Reckenfelder Bürgerverein ist die Sperrung „Unsinn“. Er schlug stattdessen eine verschachtelte Sperrung vor, die zumindest für Fußgänger noch passierbar sei.

Für Klaus ist das Problem im Kreisverkehr ohnehin ein ganz anderes: Straßenschilder, die genau in Augenhöhe der Autofahrer angebracht sind. „Das heißt: Sie haben keine Chance, wenn sie nicht sehr, sehr, sehr aufmerksam sind, Passanten oder Radfahrer von links oder rechts rechtzeitig zu erkennen.“ Wenn man Unfälle reduzieren wolle, müsse man hier ansetzen.

Der städtische Straßenplaner André Kintrup verdeutlichte jedoch, dass die Schilder nicht ursächlich für die Unfälle gewesen seien. „Unfallverursacher waren der aus dem Kreis ausbiegende Rechtsabbieger und der Radfahrer, der aus der falschen Richtung gekommen ist. Das hat nichts mit der Beschilderung zu tun.“

Klaus zweifelte an, ob Empfehlungen der Unfallkommission immer sinnvoll seien und erinnerte an die ablehnende Haltung gegenüber rot markierten Radwegen, zum Beispiel in den Kreiseln in der Ortsmitte oder am Jägerweg/Grevener Landstraße. „Ich bin heute sehr froh, dass es diese rot markierten Wege gibt, weil Sie sonst keine Chance hätten, mit dem Fahrrad da rüber zu kommen.“ Laut Kintrup könne die Kommission derartige Markierungen jedoch gar nicht ablehnen, weil sie in der Straßenverkehrsordnung vorgesehen seien.

Zurück zur Sperre des Durchgangs: Löst diese das Problem? Offenbar nicht. Am Donnerstag dieser Woche (Markttag) ließ sich vor Ort nicht nur beobachten, dass manche Passanten etwas ratlos vor der Absperrung standen, sondern auch, dass Radfahrer vom Marktplatz kommend weiter in der falschen Fahrtrichtung in den Kreisverkehr hineinfahren. Um dort hinzugelangen, nehmen etliche nun eben einen kurzen Umweg in Kauf, fahren zwischen den Schaukästen an der Bahnhofstraße hindurch und radeln von dort (auf der falschen Seite) auf den Kreisverkehr zu.

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