Gedenkstunde für den Frieden anlässlich des Volkstrauertages
Jeder Einzelne ist gefordert

Greven -

Anlässlich der Gedenkstunde für den Frieden im Rathaus sprach Jens Effkemann, Regionalgeschäftsführer des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge, zum Thema „Frieden: Ist das die Abwesenheit von Krieg?“

Sonntag, 17.11.2019, 16:09 Uhr aktualisiert: 17.11.2019, 17:00 Uhr
2017 waren auf Initiative von Auszubildenden der Stadt Greven Stolpersteine auf dem Marktplatz verlegt worden, die an Franciszek Banaś und Wacław Ceglewski erinnern. Dort legten Vertreter von Stadt und Politik am Sonntag Blumen nieder.
2017 waren auf Initiative von Auszubildenden der Stadt Greven Stolpersteine auf dem Marktplatz verlegt worden, die an Franciszek Banaś und Wacław Ceglewski erinnern. Dort legten Vertreter von Stadt und Politik am Sonntag Blumen nieder. Foto: Oliver Hengst

Frieden: Ist das die Abwesenheit von Krieg? Oder gehört mehr dazu? Jens Effkemann hat eine klare Antwort: Die Abwesenheit von Krieg sei die Grundlage für ein friedliches Miteinander, aber noch längst keine Garantie dafür. Es brauche ein verständnisvolles Miteinander und Empathie, um Konflikte gewaltfrei zu lösen. Nur so gelinge es, „Frieden, Freiheit und Würde für alle“ zu gewährleisten. Und so rief der Regionalgeschäftsführer des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge dazu auf, sich auch und gerade heute „gegen Intoleranz, Hass und strukturelle Gewalt“ zu stellen. Effkemann nutzte die Gedenkstunde für den Frieden im Rathaus anlässlich des Volkstrauertages für diesen leidenschaftlichen Appell. „Stell Dir vor, es ist Frieden und alle kümmern sich drum.“

Dass es die Gedenkstunde in dieser Form in Greven gebe, sei seinerzeit „ein mutiges Experiment“ gewesen. Doch der Stadt sei es mit dieser Form des Gedenkens gelungen, die Friedensbewegung und das bis dahin eher militärisch geprägte Gedenken an Kriegsopfer im Konsens zu vereinen. Letztlich sei das auch Ausdruck einer sich wandelnden Erinnerungskultur, wie Effkemann auch mit Blick auf die nun 100-jährige Geschichte des Volksbundes erläuterte. Unter dem Eindruck des Ersten Weltkrieges gegründet, sei der Volksbund in der Nazi-Zeit seinen eigenen Zielen untreu geworden. Heute sei er froh und dankbar, dass aller Menschen gedacht werde, die unter Krieg und Gewalt leiden.

  Foto: Oliver Hengst

Zuvor hatte die stellvertretende Bürgermeisterin Christa Waschkowitz-Biggeleben den 30. Jahrestag des Maurerfalls zum Anlass genommen, an die Bedeutung des Gedenkens zu erinnern. Erst durch den Mut der Ostdeutschen sei die Mauer friedlich niedergerungen worden. „Zum Glück ändern sich Menschen und Gesellschaften – häufig zum Guten“, sagte Waschowitz-Biggeleben. Dies geschehe aber eben nicht von allein, sondern brauche ein aktives, bisweilen eben auch sehr mutiges Mitwirken jedes Einzelnen.

Vor der Feierstunde für den Frieden im warmen Rathaus hatten einige Vertreter von Stadt und Politik gemeinsam mit Effkemann auf dem Marktplatz Blumen an den Stolpersteinen abgelegt, um die beiden 1942 in Greven ermordeten polnischen Zwangsarbeiter Franciszek Banaś und Wacław Ceglewski zu ehren.

Waschkowitz-Biggeleben lud die Teilnehmer auch zur Teilnahme an einer Schweigeminute nach den Ansprachen ein: Am Mahnmal am Gymnasium wurde unter Mitwirkung des MGV Concordia ein Kranz niedergelegt. Für weitere Kranzniederlegungen auf dem Friedhof (Gräber von gefallenen Soldaten sowie von Zwangsarbeiten und ihren Kindern) hatten Zehntklässler der Anne-Frank-Realschule Beiträge zu Banaś und Ceglewski vorbereitet.

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