Atos-Trio begeistert im Ballenlager
Musizierkunst auf höchstem Niveau

Greven -

Musizierkunst auf höchstem Niveau – selten hat man ein Kammerkonzert so genossen wie am Sonntag bei Greven Klassik im Ballenlager.

Montag, 18.11.2019, 21:37 Uhr aktualisiert: 21.11.2019, 12:10 Uhr
Die drei sympathischen Künstler des Atos-Trios begeisterten im Ballenlager.
Die drei sympathischen Künstler des Atos-Trios begeisterten im Ballenlager. Foto: Axel Engels

Stefan Erdmann hat mit dem Atos-Klaviertrio eines der renommiertesten Ensembles dieser Besetzung nach Greven geholt und die Reihe sicherlich um eine ganz faszinierende Facette bereichert.

Hatten die drei sympathischen Künstler vorher noch eine große USA-Tournee absolviert und am Vorabend noch in der „Alten Oper“ in Frankfurt gespielt, so konnten sie auch im Ballenlager mit ihrer kunstvolle Art der Interpretation das Publikum begeistern. Solch ein perfekt aufeinander eingespieltes Trio erlebt man nur selten, da war dieser Abend sicherlich zu jedem Zeitpunkt ein rundum stimmiger Genuss.

Schon beim ersten Werk, dem „Trio B-Dur KV 502“ von Wolfgang Amadeus Mozart , war man eingefangen von der stilsicheren und eleganten Art, wie die Violinistin Annette von Hehn, Stefan Heinemeyer am Violoncello und der Pianist Thomas Hoppe auf ganz natürliche Art dieses überaus anspruchsvolle Werk spielten. Entgegen der damaligen Gewohnheit haben die beiden Streichinstrumente in diesem Trio nicht nur begleitende Funktion, sondern sind gleichberechtigte Partner im musikalischen Dialog. Das spürte man besonders im exquisit gespielten „Larghetto“, dessen warm timbrierte Melodien mit Feinsinn und Akribie über den filigranen Begleitfiguren erstrahlen konnten.

Der besonderen Stellung im Trio-Schaffen Mozarts gab das Atos-Trio ein lebendiges und charaktervolles Gewand, ging dabei an Grenzen der Interpretation, ohne diese allerdings zu überschreiten. Das war schon ganz große Kunst und das Publikum konnte sich in der von Eleganz und Spielfreude durchdrungenen Welt dieser Komposition bestens einfinden.

Mit dem viersätzigen „Trio D-Dur op. 1“ von Erich Wolfgang Korngold hatte sich das Trio ein Werk vorgenommen, das wie für die versierten Musiker geschrieben schien. Im Alter von 13 Jahren hat Erich Wolfgang Korngold bereits ein Meisterwerk geschrieben, das höchste Ansprüche auf spieltechnischem und gestalterischem Gebiet stellt. Die Einflüsse seiner Lehrer Gustav Mahler und Alexander von Zemlinsky waren sicherlich zu spüren, aber mit einer unglaublichen Reife hatte der junge Komponist eine ganz eigene Musiksprache entwickelt. Kennt man wohl seine Filmmusiken zu „Robin Hood“, „Captain Vlood“ oder „Der Seewolf“, so kann man dem Atos-Trio nur danken, mit dem „Klaviertrio op.1“ eines der interessantesten Werke aus der Feder Korngold ins Konzertleben zurückzuführen.

Mit dem ausdrucksstarken ersten Satz eröffnete sich die jugendlich rebellische Welt des Komponisten mit interessanter Harmonik und großem dynamischen Spektrum. Bis ins kleinste Detail stimmte der Dialog des Trios, wurden das spritzige Scherzo und das lyrisch-poetische Larghetto zu einer Lehrstunde kammermusikalischer Interpretation.

Nach der Pause spielte das Atos-Ensemble mit dem „Trio c-moll op. 66“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy eines der schönsten Werke dieser Gattung. Wie vom Staub der Zeit befreit erklang dieses 1845 entstandene viersätzige Trio. Den Stilwandel der Ecksätze konnte das Atos-Trio mit kunstvollem Spiel sehr transparent aufzeigen, die leicht pathetischen Akzente waren sensibel in den Fluss des Werkes integriert worden. So genoss man das feurige bis düstere Allegro, ließ sich von der warm gespielten Melodie des Andante umschmeicheln und erlebte beim Scherzo einen oftmals als Hexenritt bezeichneten Satz.

Orchestral wirkte der Finalsatz mit seinem „Vor Deinen Thron tret’ ich hiermit“-Motiv, ganz dem Ende eines Konzertes würdig, das man so schnell nicht vergisst.

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