Renaturierung: Bauarbeiten rund um das Freibad beginnen
An der Ems wird gebuddelt

Greven -

Die Arbeiten für die Renaturierung der Ems im Abschnitt rund um Freibad und Setex haben begonnen. Im Rahmen der Arbeiten sollen die beiden kleinen Stromschnellen abgebaut und durch 23 kleine Treppchen ersetzt werden, um Fischen zu ermöglichen flussaufwärts zu wandern.

Mittwoch, 20.11.2019, 11:12 Uhr aktualisiert: 20.11.2019, 11:20 Uhr
In Höhe des Freibades sieht die Ems derzeit noch aus wie ein Kanal. Das soll sich ändern. Dort werden 23 ganz niedrige Stufen, eine so genannte Sohl-Gleite, eingebaut.
In Höhe des Freibades sieht die Ems derzeit noch aus wie ein Kanal. Das soll sich ändern. Dort werden 23 ganz niedrige Stufen, eine so genannte Sohl-Gleite, eingebaut. Foto: Wilfried Gerharz

Mit einem wirklich lebendigen, wilden Fluss hat die Ems in vielen Bereichen nicht viel gemein. Im Zuge des Schutzes vor Überschwemmungen wurde der Fluss in den 50er-Jahren zu einer Art Kanal gemacht. Das soll sich ändern. nach den ersten Maßnahmen zwischen der Fußgängerbrücke und der Brücke Nordwalder Straße geht es jetzt rund um das Freibad weiter.

Das größte Problem in diesem Bereich sind die Ems-Querbauwerke „Schöneflieth“ und „Cramer“, die den Höhenunterschied des Flusses ausgleichen. Die sehen zwar neckisch aus, sind aber für Fische besonders bei Niedrigwasser ein unüberwindbares Hindernis. Nicht nur für Steinbeißer und Groppe ist es unmöglich, im Oberlauf der Ems auf Brautschau zu gehen. Eine Folge: Die genetische Vielfalt leidet.

Neben großzügigen Aufweitungen der Ems im oberen und unteren Abschnitt sind zur Überwindung des Höhenunterschiedes von über 2,20 Metern insgesamt 23 Riegel mit jeweiliger Wasserspiegeldifferenz von maximal zehn Zentimetern vorgesehen. „Die Gewässerdurchgängigkeit und wenn möglich auch die emstypischen Verhältnisse im Projektraum werden durch die Umgestaltung hergestellt“, schreibt die Bezirksregierung Münster in einer Presseinformation.

  Foto: PF

Gegenüber des Freibads soll die Ems deutlich mehr „Auslauf“ bekommen als bisher, sie wird dort eine regelrechte Schleife machen können. Das Gelände soll jetzt so modelliert werden, dass es zwischen den Deichen eine kleine Insel bildet, die bei Hochwasser überflutet werden kann. Durch solche Maßnahmen wird die Ems um 30 Meter länger, und ihre Fließgeschwindigkeit wird wirksam gebremst.

Doch bevor an der Ems so richtig gebuddelt werden kann, werden die Baustraßen und Fundamente für die notwendige Behelfsbrücke hergestellt. Im Vorfeld sei auch schon eine ufernahe Stromleitung verlegt worden. Auf der südlichen Seite der Ems in Höhe des Anglerheims wurden mit Hilfe von Bagger die Steine entfernt. Insgesamt, so die Bezirkregierung, werden 300 000 Kubikmeter Boden bewegt. Das sind immerhin etwa 1,5 Millionen Badewannen voll mit Erde.

Und all das kostet natürlich. „Die Umgestaltung kostet rund 2,5 Millionen Euro“, so die Aussage der Bezirksregierung. Man hofft, dass die Baumaßnahmen voraussichtlich bis Ende 2020 fertig gestellt ist. Für die Öffentlichkeit ist übrigens im Frühjahr des kommenden Jahres eine Baustellen-Besichtigung geplant.

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