Mangelhafte Reinigung der Schulgebäude
Unsauber und gefährlich

Greven/Reckenfeld -

Nachdem in der letzten Sitzung des Schulausschusses über die drängenden Probleme bei der Reinigung der Schulgebäude gesprochen wurde, hatten alle erwartet: Jetzt tut sich etwas. Und zwar schnell.

Freitag, 22.11.2019, 12:00 Uhr
Die Walgenbachhalle an der Reckenfelder Grundschule wurde eine Woche lang nicht gereinigt – nur eines von vielen Negativ-Beispielen, unter denen die Nutzer leiden.
Die Walgenbachhalle an der Reckenfelder Grundschule wurde eine Woche lang nicht gereinigt – nur eines von vielen Negativ-Beispielen, unter denen die Nutzer leiden.

Was tatsächlich passierte? Christel Heisler , Leiterin der Erich-Kästner-Grundschule in Reckenfeld, schilderte ein Beispiel: „Nach der letzten Sitzung ist die Sporthalle eine ganze Woche lang nicht gereinigt worden. Das ist nicht nur unsauber, sondern auch gefährlich.“ Von außen werde Sand in die Halle getragen, auf dem die Kinder ausrutschen könnten. Eine Woche nicht reinigen könne da fatale Folgen haben. „Das kann kein Zustand sein. Und das ist nur ein Beispiel von vielen.“ Als sie dann mal nachgefragt habe, warum die Reinigung ausgeblieben sei, habe sie erfahren, dass die eingeteilte Mitarbeiterin ihre Kinder nicht habe unterbringen können. „Das ist unprofessionell – in höchstem Maße“, sagte Heisler zur Nicht-Leistung des beauftragten Unternehmens. Und auch die Stadt verschonte sie nicht: „Es kann nicht sein, dass die Turnhalle eine Woche nicht gereinigt wird und Sie sagen uns: Wir können nichts machen.“

Die Minen der anderen Schulleiter verrieten: Sie hätten viele weitere Beispiele beisteuern können, ließen es aber sein.

Die, die Kritik abbekam, heißt Reinhild Heedemann und ist im städtischen Gebäudemanagement tätig. Dass sie in den Ausschuss geschickt worden war, um sich dort stellvertretend den erwartbaren Rüffel abzuholen, bedauerten die Kommunalpolitiker durchaus. Aber für Moritz Hauschild (Linke) führt dennoch kein Weg daran vorbei: „Mir ist ehrlich gesagt wurscht, wie Sie das anstellen. Aber sorgen Sie dafür, dass die Schulen sauber sind.“ Eine deutliche Meinung, der sich Nicole Can als Vertreterin der Grevener Stadtelternschaft ausdrücklich anschloss.

Zuvor hatte Heedemann berichtet, was die Verwaltung unternehme, um das Problem kurzfristig zumindest abzumildern. „Wir haben ein Problem mit der Reinigungsfirma. Wir haben nochmal intensive Kontrollen durchgeführt. Es ist alles dokumentiert und teilweise nachgearbeitet worden.“ Es würden, wenn die Leistung nicht passe, auch Rechnungen gekürzt. Und zum Teil gibt es auch so genannte Ersatzvornahmen. Damit meint das Behördendeutsch, dass andere Firmen (oder städtische Mitarbeiter) beauftragt werden und der Aufwand der mangelhaft arbeitenden Firma in Rechnung gestellt wird.

All das führt aber offenbar nicht dazu, dass die aktuell beauftragte Firma bessere Leistungen abliefert. Die Kommunikation, so Heedemann, gestalte sich sehr schwierig. Im Grunde liefen Gespräche nur noch über die städtische Rechtsabteilung. „Wir haben hier eine Situation, die uns selbst um die Ohren fliegt“, fasste Heedemann das Dilemma zusammen. Man sei noch bis Sommer 2021 vertraglich an das Unternehmen gebunden und könne auch nicht so ohne weiteres kündigen. Zusätzliches Problem: Auch andere Firmen (für „Feuerwehr-Einsätze“) findet man nicht so leicht.

Ausschussvorsitzender Dr. Michael Kösters-Kraft (Grüne) nahm daher auch die Stadt in die Pflicht, der er eine mangelhafte Ausschreibung vorwarf, unter anderem weil eine früher übliche Grundreinigung in den Sommerferien nun nicht mehr vorgesehen sei. Diese soll, weil es dringend nötig ist, an allen Schulen nachgeholt werden – das klappt aber wohl erst in den Oster- und Sommerferien 2020.

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