Einfach Sprache
Verwaltung will sich ganz einfach ausdrücken

Greven -

Oft ist es nicht gerade einfach nachzuvollziehen, was Behörden schreiben. Aber Grevens Rathaus will sich in Zukunft bemühen, besser verstanden zu werden.

Samstag, 23.11.2019, 17:01 Uhr aktualisiert: 23.11.2019, 18:00 Uhr

Manchmal, gibt Ernst Reiling (Reckenfeld Direkt) zu, weiß er auch nicht weiter. Wenn nämlich Bürger mit Formularen in sein Reckenfelder „kleines Rathaus“ kommen, um ihn um Hilfe zu bitten: „Dann muss ich selber erst mal jemanden fragen.“ Einfach ist es nämlich meist nicht, was Behörden schreiben. Aber Grevens Rathaus will sich in Zukunft bemühen, besser verstanden zu werden. Klaus Hoffstadt , Leiter des Zentralen Steuerungsdienstes, nahm im Sozialausschuss am Donnerstag einen Antrag der Grünen auf. Die hatten gefordert, dass die Stadt ihre Internetseite in leichte Sprache übersetzen lassen solle.

Leichte Sprache ist eine sehr schlichte Form der deutschen Sprache. Sie besteht aus kurzen Sätzen, simplen Worten, sie verzichtet auf Bilder und Ironie. Einerseits soll sie von Menschen mit geistigen Behinderungen besser verstanden werden. Andererseits sind aber auch Migranten froh, wenn man sie in leichter Sprache anspricht.

Allerdings: Die über 1000 Seite des Grevener Internetauftritts zu übersetzen, meinte Klaus Hoffstadt, das sei zu viel verlangt und sehr teuer. Für die 7000 Euro, die man nun beantragt hat, sollen zwei Mitarbeiterinnen in leichter Sprache geschult und Kernseiten der städtischen Öffentlichkeitswerbung in leichter Sprache übersetzt werden.

Sylvia Uhlenbrock, die im Ausschuss die Lebenshilfe vertritt, machte darauf aufmerksam, dass die vereinfachte Sprache nur eine „Baustelle“ sei, um eine barrierefreie Umwelt für Menschen mit Behinderung zu schaffen. Jo Schreiber, SPD, wies darauf hin, dass man sich dann auch mit einfacher Sprache beschäftigen müsse: „Damit kann man noch mehr Leute erreichen.“

Im Alltag der Verwaltung übrigens, meinte Fachbereichschefin Beate Tenhaken, „stellen wir uns schon gut auf die Leute ein.“ Wer nicht versteht, dem werde geholfen.

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