Es bleibt bei eingeschossiger Bebauung
Aldi-Markt ohne Wohn-Geschosse

Reckenfeld -

Optionen für neue Wohnbauprojekte in Reckenfeld gibt es durchaus (unsere Zeitung berichtete in der gestrigen Ausgabe) – der Aldi-Neubau in der Ostmitte zählt jedoch nicht dazu. Über dem eingeschossigen Markt, der direkt neben dem Edeka entstehen soll, werden keine Wohnungen entstehen. Daran änderte auch eine lebhafte Diskussion im Bezirksausschuss nichts.

Mittwoch, 27.11.2019, 08:24 Uhr aktualisiert: 27.11.2019, 08:30 Uhr
Ein Filetstück in der Ortsmitte: Auf diesem Areal direkt neben Edeka will Aldi einen neuen Markt bauen – ohne Wohnungen darüber.
Ein Filetstück in der Ortsmitte: Auf diesem Areal direkt neben Edeka will Aldi einen neuen Markt bauen – ohne Wohnungen darüber. Foto: oh

Dort war das Projekt kürzlich wieder Thema. Sowohl Verwaltung als auch Politik mussten sich aus dem Zuschauerraum durchaus kritische Fragen gefallen lassen, wie man ein solches Vorgaben habe durchwinken können. Schließlich gebe es ja auch anderenorts Gebäude, in denen der Discounter das Erdgeschoss nutze und in den oberen Etagen Wohnungen untergebracht seien. Unter anderem hakte Ulrich Stratmann nach. Er verwies auf steigende Wohnungsknappheit. „Uns Bürgern ist nicht klar, warum hier Unterschiede gemacht werden und es in Greven weiter die Tendenz gibt, in Wohngebieten hoch zu bauen, ansonsten aber nicht.“

„Es wäre schön, wenn darüber gebaut würde“, sagte der direkt angesprochene Ausschussvorsitzende Klaus-Dieter Niepel (SPD). Aber: Das Rad sei nicht mehr zurückzudrehen. Und: „Wenn Sie ein Haus bauen, schreibt man Ihnen auch nicht vor, ob sie zwei-, drei- oder vierstöckig bauen müssen.“ Wenn man an dieser Stelle darauf bestanden hätte, „hätten wir den Aldi in Reckenfeld sicher verloren“, sagte Niepel. „Ist doch egal, dann kommt ein anderer Discounter“, entgegneten ihm Bürger, die das Verhalten von Aldi als „Erpressung“ bezeichneten.

Deutlich wurde: Die Politik, die den Weg für das Aldi-Projekt (ohne Wohnen) zähneknirschend freigemacht hatte, tut sich weiterhin schwer damit.

Es seien durchaus „Fehler gemacht worden“, räumte Bürgermeister Peter Vennemeyer ein, der zudem sagte, dass sich eine Mehrgeschossigkeit an dieser Stelle baurechtlich durchaus regeln lasse. Doch auch er machte den Bürgern keine Hoffnung, dass Aldi noch einlenke. „Das heißt: Hier gilt das Recht des Geldes“, fasste Stratmann spitz zusammen.

In jenen Städten, in denen über Aldi-Märkten auch Wohnungen seien (etwa Münster und Ibbenbüren), sei Aldi jeweils nur Mieter, so Vennemeyer. „Da, wo sie Eigentümer sind, machen sie das nicht.“ Und in Reckenfeld sei eben dies der Fall, also gebe es im Ortskern nur eine eingeschossige Bebauung – auch wenn Wohnungen dort nach Vennemeyers Einschätzung „grundsätzlich begrüßenswert“ wären. Aber: „Aldi ist dazu nicht bereit.“ Was auch Franz-Josef Holthaus (CDU) bedauert. „Es ist schade drum, aber der Zug ist abgefahren.“

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