Greven
Alles kann anders werden

Kritiker der „Fridays for Future“-Bewegung behaupten oft, dass die Protest-Kids sicher nichts gegen Mallorca-Urlaub und Kurztrips nach London per Easyjet hätten. Sie predigten Wasser, tränken aber Wein. Einen Beweis dafür liefern diese Kritiker in der Regel nicht.

Samstag, 30.11.2019, 08:50 Uhr

Unseren Bericht über die St. Mariä-Himmelfahrt-Klima-Kita haben gut 100 Grevener bei Facebook geliked. Ein Kritiker meinte aber, jetzt würden schon Kinder beeinflusst „wie in China“. Na, bitte. Da geht es um ein kritisches Umweltthema. Und die Kritikaster zielen unter die Gürtellinie oder nach Fernost. So läuft das nicht.

Die wunderbare Arbeit in der Klima-Kita zeigt, dass man bewusst leben, klimafreundlich, nachhaltig sein kann, ohne gleich verbiestert zu wirken. Wenn Kinder lernen, dass man nicht für jeden Schiss eine Plastiktüte braucht, dass man nicht sieben Mal in der Woche Fleisch essen muss, dass Gartenarbeit genauso viel Spaß macht wie Daddeln auf dem Handy – dann ist die Welt in Ordnung. Und wenn daraus in ihrem Erwachsenenleben die Erkenntnis reift, dass ein Urlaub auf dem Fahrrad tausendmal frischer macht, als jede Fernreise im Flieger, dann geht es der Welt dadurch auch besser. Tolles Engagement! Danke!

Eine Rollstuhlfahrerin, die am Bahnsteig stehengelassen wird. Das Thema hat viele aufgeregt. Die Lebenshilfe macht zu Recht darauf aufmerksam, dass jeder helfen kann, Menschen mit Handicaps zu helfen.

Tatsächlich: Wer, wie der Autor dieser Zeilen, täglich im Nahverkehr unterwegs ist, der erlebt immer mehr Egoismus. Das Symbol dieser Selbstsucht ist der über den Kopf gestülpte Kopfhörer, der die Innen- von der Außenwelt abschirmt. Tragbarer Autismus ist das. Und wirklich ärgerlich wird es, wenn zum Beispiel Fahrgäste Rollstuhl- und Fahrradplätze besetzen, obwohl anderswo auch Platz wäre.

Keine Frage, in diesem speziellen Fall hat der gestresste Zugführer versagt, der bei 20 Minuten Verspätung genug Groll auf sich gezogen hat. Die Lage im Nahverkehr ist derzeit extrem gespannt. Verspätungen sind die Regel. Das mag solche Aussetzer erklären, aber nicht entschuldigen.

Unser Zeitungs-Advent wird international. 20 Mal stellen wir Gerichte und Menschen aus anderen Ländern vor. Menschen, deren Küchen uns bereichern. Jetzt wird es sicherlich einige geben, die sagen, dass deutsche Bratkartoffeln und Grünkohl doch besser wären. Grünkohl stammt aus Griechenland, die Kartoffel aus Südamerika. Ohne Zuwanderer gäbe es bei uns nicht mal Spaghetti.

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