Adventsserie: So kochen die Nachbarn
„Kochen stärkt die Familie“

Greven -

„Das Rezept ist nicht schwierig“, schmunzelt sie, rührt die Erbsen um und fängt an, aus der Heimat zu erzählen: „Bei uns in Syrien kochen die Frauen, weil die Männer sehr lange arbeiten müssen. Alles, was ich kochen kann, habe ich von meiner Mutter gelernt.“ Die Köchin heißt Shadia Alsermann, 32, gebürtig kommt sie aus Syrien. Heute auf dem Tagesplan: Makluba.

Montag, 02.12.2019, 10:52 Uhr aktualisiert: 02.12.2019, 11:00 Uhr
Shadia Alsermann kocht ein einfaches Reisgericht aus Syrien.
Shadia Alsermann kocht ein einfaches Reisgericht aus Syrien. Foto: Luca Pals

Makluba ist zwar ein syrisches Gericht, im Nachbarland Türkei kennen die Menschen das Gericht aber auch. „Bei uns dann mit Fleisch“, berichtet Siimeyra Felek , die beim Zeitungstermin mit vor Ort ist. Makluba in syrischer Bedeutung heißt so viel wie „umgekehrt.“ Warum das so ist – später mehr.

Wirklich lange muss Alsermann für Makluba nicht in der Küche stehen, es mache ihr allerdings viel Spaß: „Man kann sehr viel dabei lernen. Man kann auch mal kreativ sein.“

Gemeinsam mit ihrem Mann und den beiden Söhnen und Tochter Nour wohnt sie seit vier Jahren in Greven. Nour – die jüngste der drei Kinder – ist dabei. „In Syrien essen wir alle zusammen. Das ist sehr wichtig, denn es stärkt die Familie und die Gemeinschaft“, gibt Alsermann Einblicke in den syrischen Alltag, „wenn einer noch fehlt, warten wir auf ihn.“

Die Zutaten für Makluba – das besonders in syrischen Restaurants beliebt ist – sind keineswegs exotisch: „Die kann man alle in Greven besorgen.“ Zuerst werden die eingefrorenen Erbsen in die Pfanne gegeben, mit Fett aus dem syrischen Kleinhandel um die Ecke werden sie angebraten. Nun heißt es erstmal rühren. Haben die Erbsen ihre knallgrüne Farbe zurück, kann der Reis hinzugegeben werden: Wasser und „ein bis zwei Löffel Salz“. Nun ist Zeit zum Köcheln. Etwa eine halbe Stunde. Nebenbei kann die Beilage angerührt werden: Joghurt mit Gurkenscheiben gibt es an diesem Tag.

Alsermann hat kürzlich ein lang ersehntes Ziel erreicht. Der B2-Sprachkurs wurde erfolgreich abgeschlossen, nun liegt das Augenmerk auf dem C1-Zertifikat. Natürlich – wie sollte es anders sein – betont sie im Gespräch mit unserer Zeitung auch die Komplexität der deutschen Sprache: „Deutsch ist super schwierig.“

Weniger Probleme wird wohl die kleine Nour bekommen. Zweisprachig wächst sie auf, zurzeit wechseln syrische und deutsche Wörter sich in angenehmer Regelmäßigkeit ab. Genug Motivation für das Zertifikat bringt Alsermann mit: „In Syrien habe ich schon in einer Grundschule gearbeitet. In Deutschland habe ich bisher ein Praktikum gemacht und möchte als Erzieherin einsteigen.“

Die halbe Stunde ist rum, nun duftet es schon gut. Und nun kommt die Auflösung: Makluba heißt umgekehrt, weil nun der kochende Topf einmal umgedreht wird. Alles zusammen kann in eine Schale gegeben werden, Mandeln und Haselnüsse werden darüber verteilt – fertig ist Makluba. Guten Appetit.

Übrigens: Auch wenn sie viel Syrisch kocht, sagt sie: „Es gibt einige gute Gerichte im Deutschen. Ich mag den deutschen Eintopf.“ Anders als in Syrien ist ihr bisher aufgefallen, dass „die Deutschen weniger kochen.“ Das liege bestimmt am Stress und den Terminen, so die Köchin. Hier zeigt sich wieder: Das Essen ist eben ein Teil der eigenen Kultur.

Zutaten (4 Personen) : ein EL Fett, ein bisschen Pflanzenöl, ein Kilo Reis, eine halbe Schale Wasser, Nüsse und Mandeln, 200 Gramm Erbsen, Salz und Pfeffer.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7102345?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F
2:0 gegen Magdeburg: Preußen Münster beendet Sieglosserie
Er kann es noch; Rufat Dadashov (2.v.l.) erzielte wie in Meppen ein Tor, dieses Mal zur 1:0-Führung
Nachrichten-Ticker