Ausverkauftes Ballenlager bei der Storno
Der Kopf hinter Darth Vader

Greven -

Storno im Doppelpack. Zwei Tage hintereinander rechneten die Herren aus Münster im Grevener Ballenlager ab. Eine Lachnummer.

Montag, 09.12.2019, 16:12 Uhr aktualisiert: 09.12.2019, 16:22 Uhr
Keiner hat so Stielaugen wie Harald Funke – den Blödi spielt er aber nur im Kreis seiner Kollegen.
Keiner hat so Stielaugen wie Harald Funke – den Blödi spielt er aber nur im Kreis seiner Kollegen. Foto: Günter Benning

Alles muss mal enden. Aber AKK statt Angela – das geht doch sehr an den Lebensnerv von Harald Funke . Storno ohne Blondie? Stielaugen-Funke ohne Perücke? Ein No-Go, wie es so schön neudeutsch heißt.

Zum Trost für all die zwei Mal 400 Storno-Besucher am Dienstag und Mittwoch: Die Mutti bleibt. Sie verbirgt sich hinter dem Alter Ego von Annegret Kramp-Karrenbauer, die in Wirklichkeit das Alter Ego von Putzfrau Gretel vom Landtag ist, die sich wiederum im Ballenlager hinter der schwarzen Gruselmaske des Oberschwerenöters Darth Vader aus dem Krieg der Sterne verbirgt. Als die Maske fällt, taucht unter ihr – endlich – Angelas blonde Dauerwelle auf. Wie der Igel im Märchen: „Ik bün all hier.“ Storno, wie es leibt und bebt.

Wenn Harald Funke, Jochen Rüther und Thomas Philipzen angesagt sind, dann muss man Glück haben. Im Nu waren die Karten weg, sagt KI-Vorsitzender Egon Koling, „wir hätten den Saal auch drei mal voll gekriegt.“

Das Publikum trudelte schon eine Stunde vor dem Anpfiff ein, warf Mäntel über Stühle, reservierte für den Kegelclub, schwelgte in Vorfreude. Denn hier saßen die Eingeweihten, die Storno-Abonnenten, die manchmal schon lachen, wenn noch gar nichts passiert ist. Man weiß, was kommt.

Und die Jungs aus Münsters Kreuzviertel liefern. Zappel-Philipzen stottert sich mit zuckenden Verrenkungen in die Herzen der Westfalen. Immer wieder schön, seine kurzen, schief gereimten Lieder, etwa über die Folgen der Spahnschen Gesundheitspolitik. Da intoniert er am Flügel „Ich hab’ mein Herz in Rimini verloren“. Und die anderen Teile für potenzielle Transplantationen natürlich auch.

Storno 2019 - die Abrechnung im Grevener Ballenlager

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Irgendwie sind die drei Stornos Kinder der alten Improtheater-Szene Münsters. Der Klamauk steht an erster Stelle. Ihr Wortwitz drischt alles nieder: „Die Dänen sind die Schotten Skandinaviens“, sinnt da Harald Funke, „und Dänen lügen nicht.“

Im nächsten Atemzug begeistert er sich für die neue Doppelspitze der Grünen, sexy bis zum Abwinken: „Robert Harbeck und Markus Söder – da krieg ich echt Kreislauf.“

Flugscham, Plastikscham, Avocadoscham – die neue Schamkultur nehmen die Herren auch aufs Korn, geradezu eine Schambeinentzündung. Es gebe schon Leute, sagt Philipzen, die aus Öko-Scham kein Fahrrad sondern nur noch Auto führen. „Fahrradfahrer leben länger – und belasten damit die Umwelt.“

Besser man hat gleich einen SUV. Der umso ökologischer ist, je weniger er fährt. „Also“, macht Funke Politik, „die SUVs im Kreuzviertel parken und an Obdachlose abgeben.“ Wer so kreativ denkt, darf dann auch nach Ibiza fliegen, zum Seminar Fascien-Yoga für vegane Retriever.

Jochen Rüther, eher der Akademiker im Hintergrund, wirft mal wieder Hochtrabendes um sich. Da geht es dann auch ums Katholische, etwa die neue Oppositionsbewegung gegen Maria 2.0, direkt vom Vatikan angestiftet: Josef 2.0.

Höhepunkte der Abrechnung mit der üblichen Überlänge: die musikalischen Intermezzi. Etwa Funkes „Akku-Rap“ und eine von Thomas Philipzen am Flügel begleiteten Ballade über den Klimawandel. Sehr eingängig das Madrigal zu „Maria 2.0“ und dem Kampf gegen die Mühlen des Vatikans.

Zum Finale ging es mit Orpheus in die Unterwelt, in der die Rollen der Oper jeweils Politikern zugeordnet wurden. Angela Kramp-Karrenbauer, weiß man jetzt, ist gar kein Name, sondern ein unknackbares Passwort. Und sie kann machen, was sie will: Unter ihrer Maske wohnt doch Mutti.

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