Ferdi Mehl plant eine Ausstellung über die Geschichte der Grevener Post
Von Tabak-Keilerei und Landboten

Greven -

Ferdi Mehl (69) ist ein Sammler und Jäger. Gerade vertieft er sich in die Geschichte der Grevener Post: „Die erste Spur führt zu einer Keilerei um Tabak im Jahr 1812.“

Donnerstag, 12.12.2019, 09:23 Uhr aktualisiert: 12.12.2019, 09:30 Uhr
Ferdi Mehl mit Fundstücken aus seiner Postsammlung.
Ferdi Mehl mit Fundstücken aus seiner Postsammlung. Foto: Günter Benning

Mehl sitzt im Archivraum des Heimatvereins, der sich in der alten Post an der Alten Münsterstraße befindet. Oben in der ersten Etage waren früher mal die Postverteilräume, links befand sich die Telefonzentrale, wo Gespräche vermittelt wurden, rechts war die große Schalterhalle. Alles neuere Geschichte.

Der Reckenfelder Hobbyhistoriker hat eine Ausstellung über die Post in Greven vorbereitet, die am 11. Januar (10 Uhr) eröffnet wird. Viele Exponate hat er im Laufe der Zeit online ersteigert.

1812 eskalierte in Greven – wie anderswo – ein Streit um Tabak. Napoleon hatte eine Kontinentalsperre über England verhängt. Britische Waren kamen nicht über den Kanal. Vor allem kein Tabak aus den Kolonien. „Da gab es einen Streit“, erklärt Mehl, „und in diesem Zug beklagt sich der Gastwirt vom Schwan, dass er die französische Post nicht in sein Haus bekommen habe.“ Die befand sich zu dieser Zeit im Schwarzen Lamm von Bernd-Henrich Haverkamp, vermutlich schon einige Jahre.

Nach dem 30-jährigen Krieg hatte die von Thurn und Taxis die Postrouten gängig gemacht – ein einträgliches Geschäft. Auch der münsterische Bischof besaß ein königlich-kölsches Postprivileg. Die ersten Postläufer in Greven werden wohl Briefe in Münster zu Fuß abgeholt haben. „Später gab es berittene Postboten und die Stafettenpost“, sagt Mehl. Für die fand sich auf dem Marktplatz ein Stall für Postpferde.

An der Alten Münsterstraße wurde 1871 vom Pelzhändler Brockkötter die erste kaiserliche Post eröffnet.

Da diese Räumlichkeiten zu beengt waren, erbaute der Wirt Winninghoff an der Martinistraße ein neues Postgebäude, das dort heute noch steht. 1904 wurde die heutige Alte Post von Konrad Straukamp an der Münsterstraße erbaut. Die wurde in den 60er Jahren bis auf die Grundmauern abgerissen und wieder hochgezogen – mit Bediensteten-Wohnung im Obergeschoss.

In der Ausstellung wird es einerseits um die Geschichte der Post, aber auch um Philatelistische Fundstücke aus Greven gehen. Und um die Menschen, etwa den Landboten August Pröbsting. Er lief zu Fuß bis in die Bauerschaften – oder verteilte seine Briefe sonntags nach dem Hochamt.

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