Goldener Meisterbrief für Bäcker Franz-Josef Holthaus
„Er begeisterte die Schüler“

Reckenfeld -

Eine ganz besondere Ehre wurde Bäckermeister Franz-Josef Holthaus aus Reckenfeld zuteil. Er bekam in dieser Woche den Goldenen Meisterbrief überreicht.

Samstag, 14.12.2019, 21:13 Uhr aktualisiert: 15.12.2019, 14:22 Uhr
Holthaus an einem seiner letzten Arbeitstage in der Backstube des Berufskollegs. Er sagt: „Für mich ist mein Beruf eine Berufung.“
Holthaus an einem seiner letzten Arbeitstage in der Backstube des Berufskollegs. Er sagt: „Für mich ist mein Beruf eine Berufung.“ Foto: Privat

Natürlich bekommen viele Handwerksmeister nach 50 Jahren diese Ehrung, doch nur, wenn sie Betriebsinhaber waren oder gar noch sind.

Alfred Engeler von der Kreishandwerkerschaft Steinfurt Warendorf (Bereich Innungen) erklärt warum der Geehrte den Brief erhält, obwohl er nicht selbstständig war. „Es ist eine zusätzliche Ehrung für seine Tätigkeit bei der Innung im Bereich Bäcker- und Konditoren im Berufskolleg Steinfurt. Vor zwölf Jahren suchten wir jemanden, der praktische Unterweisungen vor Ort im Berufskolleg weiter geben kann“, erklärt er.

Franz-Josef Holthaus hatte Zeit und war eigentlich sogar ein wenig traurig, dass er mit Eintritt ins Rentenalter sein Fachwissen nicht mehr weitergeben konnte. Da kam das Angebot, in Steinfurt am Berufskolleg tätig zu werden, gerade passend. „Für mich ist mein Beruf eine Berufung“, sagt er bei der Übergabe des Goldenen Meisterbriefes.

Dass er als Lehrer gut ankam, bestätigten die beiden Berufsschullehrerinnen Judith Wallmeyer und Julia Witte, mit denen er in Steinfurt zusammenarbeitete: „Er arbeitete unter erschwerten Bedingungen mit Schülern aus unterschiedlicher Nationalitäten. Er begeisterte die Schüler und zeigte den jungen Menschen, wie Traditionsgebäck hergestellt wird und verband das immer mit netten Anekdoten. Die Schüler liebten ihn und zeigten ihm das auch bei seiner Verabschiedung in der Schule.“ Die Vorbereitung auf die praktische Zwischen- und auch auf die Gesellenprüfung leitete er ebenfalls.

Alle 14 Tage war er in Steinfurt im Einsatz – bis zur letzten Schulstunde am letzten Arbeitstag, ehe er nun von Lehrern und Schülern offiziell verabschiedet wurde. In den zwölf Jahren seiner Schul-Tätigkeit fehlte er nur zweimal: einmal, weil ihm seine Frau Helga Bettruhe aufgrund eines Infekts verordnet hatte und einmal „weil ich mit Helga auf Kreuzfahrt war“, erzählt der Bäckermeister schmunzelnd. 

Einige Holthaus-Wegbegleiter waren zur Meisterbrief-Überreichung gekommen. Natürlich wurden da auch viele Erinnerungen ausgetauscht. Stolz zeigte Franz-Josef Holthaus alte Ausbildungspläne, sein Meisterzeugnis und den Meisterbrief seines Vaters von 1921. „Zurück bis 1724 gab es immer Bäcker aus unserer Familie. Und ab da, wo man seinen Meister machen konnte, gab es dann auch Bäckermeister in unserer Familie.“ In diese Reihe fügte sich Holthaus schon vor langer Zeit ein.

Dass er jetzt den Goldenen Meisterbrief bekommen hat, obwohl er selbst keinen eigenen Betrieb führte, freut ihn besonders.

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