WWB Trio mit Jonathan Fisher zu Gast bei der Kulturinitiative
Geerdet im Hier und Jetzt

Greven -

Wer braucht schon große Namen für einen beschwingten, unaufgeregten und entspannten Jazzabend, wenn drei Buchstaben genügen? WWB bescherten dem Publikum einen behaglichen Abend mit hyggemäßigem Schönwetter-Jazz.

Montag, 16.12.2019, 07:19 Uhr aktualisiert: 16.12.2019, 16:54 Uhr
Die offenbar mühelos aufeinander eingespielten Musiker meisterten die Stücke ihrer jeweiligen Musikhelden mit beneidenswert unbeschwerter Leichtigkeit.
Die offenbar mühelos aufeinander eingespielten Musiker meisterten die Stücke ihrer jeweiligen Musikhelden mit beneidenswert unbeschwerter Leichtigkeit. Foto: Hans Lüttmann

Nebenan im Kesselhaus wummerten Haus-Abbruch-Gitarren für ein ganz und gar anderes Publikum, während in der Kulturschmiede ein Konzert mit sehr großen Namen begann: „Also sprach Zarathustra “ von Richard Strauss in der Bearbeitung von Eumir Deodato ist nicht nur ein großartiges Musikstück, sondern auch eine opulente Verheißung, die natürlich sofort an die grandiosen Kinobilder Stanley Kubricks („Odyssee im Weltraum“) erinnert und in die Weiten des Alls entführt.

So weit wollten die vier Musiker natürlich nicht hinaus und blieben mit Oscar Pettifords „Blues in the closet“, dem Pink-Floyd-Hit „Comfortably numb“ und Jay Beckensteins „Morning dance“ im Kosmos wohltemperierter Jazz-Standards.

Zu denen der gebürtige Grevener Andreas Wermeling auch zwei zu recht herzlich zwischenapplaudierte Eigenkompositionen beisteuerte.

Ob Hardbop, Funk oder Bossa Nova, wie in Horace Silvers „Song for my father“ – die offenbar mühelos aufeinander eingespielten Musiker, die sich sichtlich wohlfühlten mit ihren Interpretationen und dem mitgehenden Publikum, meisterten die Stücke ihrer jeweiligen Musikhelden mit beneidenswert unbeschwerter Leichtigkeit.

Satter, sauberer Sound aus der Trompete, einfühlsame Pianoimprovisationen, ein angenehm unaufdringlicher Bass und das präzise Schlagwerk-Spiel von Michael Biewald (der auch für die launige Zwischentexte sorgte), machten den Abend zu einem runden Wohlfühlerlebnis ohne aufgesetzte Virtuosität.

Und als Zugabe spielten WWB (und F) zwei Stücke des unvergessenen, großartigen Keyboarders Joe Zawinul (dem zu Ehren Andreas Wermeling wohl auch die bunt gestrickte Kopfbedeckung trug) und beendeten damit einen Abend mit Musik aus dem Pantheon des Jazz. Dahin muss man als Musiker nicht unbedingt, da ruhen sich ja schon etliche Jazzer mit großen Namen aus. Und ein paar schlichte Buchstaben tun‘s ja erst mal auch – ganz profan geerdet im Hier und Jetzt in der Kulturschmiede.

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