„Dogma Chamber Orchestra“ im Ballenlager
Ein Genuss auf ganz hohem Niveau

Greven -

Mit einem Musikerlebnis auf höchstem Niveau wurden am Samstagnachmittag die Liebhaber kammermusikalischer Kunst bei „Greven Klassik“-Konzert im Ballenlager verwöhnt. Mit dem „Dogma Chamber Orchestra“ hat Stefan Erdmann ein Ensemble nach Greven verpflichtet, dass die Erwartungen des Publikums mit exquisiter Kunst sogar noch übertraf.

Sonntag, 15.12.2019, 23:18 Uhr aktualisiert: 16.12.2019, 16:54 Uhr
„Dogma Chamber Orchestra“ im Ballenlager: Ein Genuss auf ganz hohem Niveau
Foto: Axel Engels

Schon beim ersten Werk, dem „Concerto grosso g-Moll op. 6 Nr. 8“ von Arcangelo Corelli , zeigte sich die besondere Art, wie das „Dogma Chamber Orchestra“ sich den musikalischen Inhalten nähert. Bei diesem als „Weihnachtskonzert“ bekannten Werk konnten die Musiker ihre Qualitäten in den Dienst einer mitreißenden Interpretation stellen.

Bis ins kleinste Detail zeigte sich die Stilsicherheit der Musiker, wurden die fünf Sätze in jeweils charakteristische klangliche Gewänder gekleidet. Sehr lyrisch gestalteten sie die langsamen Sätze, ließen dann in den schnelleren Sätzen ihrer Spielfreude freien Lauf.

Jederzeit diszipliniert und doch lebendig erklang diese bekannte Musik, genoss man den in perfekter Stimmgruppentrennung in jedem Takt stimmigen Dialog der Musiker.

Bei dem „Cellokonzert Nr. 1 C-Dur Hob. VII:I“ von Joseph Haydn erlebte man mit dem Violoncellisten Sebastian Klinger einen Künstler, der schon bei seinem ersten Auftritt in der Aula des Gymnasiums für Aufsehen gesorgt hatte. Dieses anspruchsvolle Werk schien wie für diesen Solisten geschrieben zu sein. Das „Dogma Chamber Orchestra“ schuf mit einer farbenreichen Einleitung den Boden, auf dem sich der warm timbrierte Ton des Instruments von Sebastian Klinger in all seinem Glanz entfalten konnte. Technische Brillanz verband sich mit einem reifen Gestaltungswillen, fühlte man die innere Verbundenheit des Solisten und des Kammerorchesters mit dieser wohl jeden Besucher im Ballenlager inspirierenden Musik.

In der Kadenz zeigte sich Sebastian Klinger natürlich von einer ganz virtuosen Seite. Immer stellte er seine spieltechnischen Fähigkeiten in den Dienst des musikalischen Ausdrucks, war Brillanz nur Mittel der Interpretation. Im langsamen Adagio zeigte sich Sebastian Klinger von einer lyrisch-poetischen Seite. Da ließ man sich gerne im Strome der Melodien treiben, wirkte dieser Satz mit seiner Gefühlstiefe wie Balsam für die Seele. Mit einem fulminanten Finale endete dieses „Cellokonzert“, bei dem die Intensität und Energie der Musiker einfach mitriss.

Nach der Pause erklang dann mit der „Serenade für Streicher op. 48 C-Dur“ von Peter I. Tschaikowski eines der wohl beliebtesten Werke dieser Gattung. Sehr „klassisch“ interpretierte das „Dogma Chamber Orchestra“ diese bekannte Serenade, wusste mit Akribie und Feinsinn den romantisch-klassischen Charakter deutlich zu machen.

Dass dieses Werk seine ganze klangliche Schönheit entfalten konnte, lag vielleicht neben dem unbestrittenen künstlerischen Niveau der Musiker auch an der Tatsache, dass sie – bis auf die Violoncellisten- im Stehen spielten und so die einzelnen Klangfarben besser im Raum verschmelzen konnten. Auf jeden Fall war diese Serenade vom ersten bis zum letzten Satz ein Genuss auf ganz hohem Niveau.

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