Frische Waffeln im Blumenladen
Entschleunigung am Weihnachtstag

Reckenfeld -

„Möchten Sie vielleicht eine Waffel und einen Kaffee?“, fragt Klaus Dieter Niepel, der mit Tellern frisch gebackener Waffeln durch das Geschäft geht. Manche sind echt irritiert.

Donnerstag, 26.12.2019, 16:13 Uhr aktualisiert: 26.12.2019, 16:20 Uhr
Initiator Christoph Jeiler (l.), Klaus Dieter Niepel (r.) und in der Mitte Tina Linnemann mit ihrem Partner.
Initiator Christoph Jeiler (l.), Klaus Dieter Niepel (r.) und in der Mitte Tina Linnemann mit ihrem Partner. Foto: Rosemarie Bechtel

Am Vormittag des 24. Dezembers sind die meisten Menschen in Eile und Hektik. Ach ja, man muss ja so unendlich viel besorgen. Man könnte den Eindruck haben, dass niemand einen Kühl- oder einen Gefrierschrank besitzt, da doch der Run auf die Lebensmittelgeschäfte an diesem Vormittag hoch ist.

Klar, es gibt Geschäfte, so wie Blumenläden, auf die an diesem Tag der Ansturm besonders groß ist. Schließlich möchte man die Liebste oder die Schwiegermutter mit einem Blumengruß, der natürlich frisch sein soll, überraschen.

Genau das wollte auch Christoph Jeiler vor sieben Jahren. Wohlweislich hatte er bei Tina Linnemann schon seinen Wunschstrauß vorbestellt. Doch als er dann am Weihnachtsmorgen in das Geschäft kam, stand dort eine lange Schlange wartender Kunden. „Tina sah mich und rief mich vor, weil ich den Strauß ja nur abholen musste. Als ich die Gesichter der anderen Kunden sah, merkte ich, die sind jetzt nicht begeistert darüber. Hey, dachte ich mir, Leute es ist Weihnachten und hatte die Idee, den Heiligen Abend zu entschleunigen.“ Aber wie? Im Jahr darauf half er Tina Linnemann gemeinsam mit Klaus Dieter Niepel beim Umzug von der Bahnhofstraße zum heutigen Standort und da kam die Idee auf, in Zukunft am 24. Dezember im Geschäft Waffeln und Kaffee anzubieten. Das machen die Beiden nun im sechsten Jahr.

Und die Kunden, die auch an diesem 24. Dezember morgens Blumen kaufen oder Bestellungen abholen? Die sind erst einmal überrascht und freuen sich, auch wenn viele sagen: „Ich habe gerade gefrühstückt“.

Marion Scheuermann greift dankend zu. „Also ich erlebe das hier zum ersten Mal. Ich bin begeistert von dieser schönen Idee“. Eine andere Kundin reagiert auf das nette Angebot mit den Worten: „Na, dann fang ich mit dem Schönen doch gleich an“. Die Reaktionen sind durchweg positiv und Tina Linnemann freut sich über ihre engagierten Freunde.

Im Geschäft steht das ganze Jahr über eine Spendendose für Haus Hannah, und wer mag, wirft auch an diesem Tag eine Spende ein. „Durch Klaus-Dieter und Christoph gibt es an diesem Tag hier eine zusätzliche Wohlfühlatmosphäre“, so die Geschäftsfrau.

Das Waffelrezept stammt von Jeilers Schwiegermutter Reinhildis Scharpenberg. „Wir bereiten immer zwei Teigschüsseln vor, wenn weg, dann weg“, so Christoph. Und dann klingt ein lautes Lachen von den zwei Männern durch den Markt: „Und bei uns zu Hause sind wir an diesem Morgen ‚unter den Füßen weg‘ und stören nicht“.

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