Fünf Jahresgehälter für ein Eigenheim
Wohnungsmarkt: Mieten steigen pro Jahr um etwa 2 Prozent

Greven -

Werden Neubauwohnungen in Greven erstmals vermietet, werden um die acht Euro Kaltmiete pro Quadratmeter fällig. Bestandswohnungen kosten im Schnitt rund sechs Euro je Quadratmeter. Ein immer teureres Unterfangen ist auch das Kaufen eines Eigenheimes in Greven.

Mittwoch, 22.01.2020, 09:00 Uhr
Ob Bestands- oder Neubauwohnungen: die Mietpreise der vergangenen zehn Jahre sind in Greven kontinuierlich gestiegen.
Ob Bestands- oder Neubauwohnungen: die Mietpreise der vergangenen zehn Jahre sind in Greven kontinuierlich gestiegen. Foto: Peter Beckmann

Sollten die Daten-Spezialisten der „NRW.Bank“ recht behalten, ist der Bevölkerungsboom in Greven noch lange nicht zu Ende. 2025 würde die Emsstadt demnach die 40.000er-Marke knacken, um im Jahr 2040 die Hürde von 45 000 Einwohnern hinter sich zu lassen. Graue Theorie, mehr (noch) nicht.

In der Praxis wird die Bevölkerungsentwicklung auch davon abhängen, wie viel Wohnraum überhaupt zur Verfügung steht. Und der ist jetzt schon knapp, was sich in teilweise gesalzenen Preisen widerspiegelt. Das geht aus dem „Wohnungsmarktprofil Greven“ für 2019 hervor, das die „NRW.Bank“ (eine Förderbank in Trägerschaft des Landes NRW) in diesen Tagen veröffentlicht hat.

Anstieg der Kaltmieten

Baureifes Bauland kostete 2018 in Greven im Schnitt 210 Euro pro Quadratmeter – ein sattes Plus von 16,7 Prozent innerhalb der zurückliegenden drei Jahre. Für ein Eigenheim haben Käufer durchschnittlich 270.000 Euro auf den Tisch geblättert (plus 22,7 Prozent). Für die eigenen vier Wände muss man in Greven bis zu fünf Jahresnettoeinkommen aufwenden. In Münster sind es über sieben, in Laer „nur“ vier.

Auch die Kaltmieten sind binnen der letzten drei Jahre gestiegen: plus 6,0 Prozent. Pro Quadratmeter werden bei Wiedervermietungen (also Bestandswohnungen) im Schnitt 6,36 Euro fällig. Bei Erstvermietungen von Neubauwohnungen liegt der Quadratmeter um die 8 Euro.

Zuwachs an frei finanzierten Wohnungen

Im Bereich der Mietwohnungen ist ein Trend auffällig: In den vergangenen zehn Jahren sind zwar mehr Wohnungen entstanden, jedoch fast ausschließlich durch einen Zuwachs an frei finanzierten Wohnungen. In der selben Zeit ist die Anzahl der so genannten preisgebunden Wohnungen (also Sozialwohnungen) annähernd konstant geblieben. Immerhin: 2018 gab es nach einem Durchhänger in 2017 wieder mehr neue Sozialwohnungen.

Diese wurden mit Fördermitteln geschaffen oder modernisiert und unterliegen daher für eine bestimmte Zeit einer Mietpreisbindung. Für die Nutzung ist eine Wohnberechtigungsschein nötig. Sobald die Bindung ausläuft, können die Wohnungen ganz normal (heißt in der Regel: teurer) vermarktet werden. Sollten keine neuen Sozialwohnungen geschaffen werden, wird sich der Bestand durch die auslaufende Mietpreisbindung automatisch reduzieren. Eine Situation, die vor allem Geringstverdiener und Bezieher von Sozialleistungen treffen würde.

Eher am anderen Ende des Preisspektrums halten sich jene auf, die etwas eigenes kaufen oder bauen. Und davon gibt es in Greven nach wie vor jede Menge. Der Anteil des selbst genutzten Eigentums liegt in Greven bei satten 51,5 Prozent. Der NRW-Durchschnitt liegt mit 40,4 Prozent deutlich unter diesem Wert.

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