SPD spricht sich gegen Investorenmodell für die Ortsmitte aus
Fäden in der Hand behalten

Reckenfeld -

Die Bebauung der Ortsmitte hat noch nicht begonnen, da gibt es bereits Überlegungen für weitere Baugebiete in Reckenfeld (unsere Zeitung berichtete). Für Wolfgang Klaus (SPD) ist klar, dass die Sportplatzbebauung nicht ausreicht, um den langfristigen Bedarf zu decken. „Diese Maßnahme kann nur der Einstieg sein“, sagt er.

Donnerstag, 23.01.2020, 10:26 Uhr aktualisiert: 23.01.2020, 11:00 Uhr
Die Vermarktung der Sportflächen in der Ortsmitte sollte die Stadt tunlichst nicht aus der Hand geben, fordert die Reckenfelder SPD.
Die Vermarktung der Sportflächen in der Ortsmitte sollte die Stadt tunlichst nicht aus der Hand geben, fordert die Reckenfelder SPD. Foto: Geonetz Greven

Einer, bei der im Übrigen tunlichst die Stadt die Fäden in der Hand behalten sollte, wie die Reckenfelder Sozialdemokraten bei einem Pressegespräch deutlich machten.

Man habe fraktionsübergreifend die Gründung einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft auf den Weg gebracht. Die bisherigen SCR-Flächen seien wie gemacht dafür, von einer solchen Gesellschaft erschlossen und vermarktet zu werden. Probleme könnte es hingegen in zeitlicher Hinsicht geben: Möglicherweise kommt die Gründung einer solchen Wohnbaugesellschaft für die Reckenfelder Ortsmitte zu spät. Noch allerdings will Hermann Honermann, Vorsitzender der Reckenfelder SPD , die Flinte nicht ins Korn werfen. „Wenn man das will, kriegt man das hin.“ Am Sinn einer städtischen Wohnbaugesellschaft hat er keinen Zweifel: „Wenn man bezahlbaren Wohnraum haben will, und das gesichert über Jahre, dann muss man als Kommune eingreifen.“ Auch Wolfgang Klaus hofft auf eine „dämpfende Wirkung auf die Mietpreise“.

Daher sprechen sich die Sozialdemokraten auch für eine ausgewogene Mischung verschiedener Gebäudetypen aus. Nur Einfamilienhäuser – eine Forderung, die man hier und da in Reckenfeld hört – kommt für die Roten nicht in Frage. „Damit kämen wir bei der Frage des geförderten Wohnraums kein Stück weiter“, sagt Honermann. Man verfolge das Ziel, dass 30 Prozent der neuen Wohnungen in Greven Sozialwohnungen sein sollen. „Also müssen wir das auch in Reckenfeld umsetzen“, fordert Honermann.

Zugleich gebe es eine erhebliche Nachfrage von Bauwilligen, die schon lange nach Baugrundstücken in Reckenfeld suchen – vergeblich. Viele schielen, wie Honermann und Klaus sich haben berichten lassen, schon nach Emsdetten, wo neue Baugebiete entstehen.

Bei der Vermarktung des Baugebietes (und natürlich auch aller weiteren) komme es somit darauf an, die Interessen von (Reckenfelder) Familien mit Eigenheimwunsch ebenso im Blick zu haben wie die Bedürfnisse von Mietern, die fürs Wohnen kein Vermögen ausgeben können. Die Variante, dass die Reckenfelder Ortsmitte von einem auf Profit bedachten Investor vermarktet wird, wird von den Sozialdemokraten nicht gänzlich ausgeschlossen, ist aber keinesfalls ihre Wunschlösung.

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