Airport Center von Beresa verarbeitet jährlich 20 000 Fahrzeuge
Konzentration für die Online-Welt

Greven -

Die Zahl klingt unerheblich. Aber sie hat Sprengkraft. „Früher kamen Kunden drei Mal zu uns, wenn sie ein Auto kaufen wollten“, sagt Michael Schiebe, Verkaufs- und Marketingleiter bei Mercedes Benz Cars Deutschland. „Heute rechnerisch noch ein bis eineinhalb Mal.“ Die Konsequenz daraus kann man im Airportpark besichtigen, wo Beresa am Freitag sein Airport Center eröffnete. Dessen Kern: Fabrikmäßige Aufbereitung von Fahrzeugen und Fahrzeug-Handel im Netz.

Samstag, 25.01.2020, 16:11 Uhr aktualisiert: 25.01.2020, 17:00 Uhr
Bei der Eröffnung (v.l.): Airport-Center-Geschäftsführer Michael Peters, Beresa-Geschäftsführer Thomas Ulms, Gesellschafterin Dagmar Longerich, Michael Schiebe von Mercedes-Benz und IHK-Vizepräsident Gustav Deiters.
Bei der Eröffnung (v.l.): Airport-Center-Geschäftsführer Michael Peters, Beresa-Geschäftsführer Thomas Ulms, Gesellschafterin Dagmar Longerich, Michael Schiebe von Mercedes-Benz und IHK-Vizepräsident Gustav Deiters. Foto: Günter Benning

Im schönsten Denglisch ging es im schwarz-weiß gestylten Entree des Beresa-Komplexes um zwei Begriffe: Sales Satellite und Service Factory. „Man kann den Online-Handel nicht im Autohaus machen“, erklärte Beresa-Geschäftsführer Thomas Ulms . Dafür habe man die gebündelte Online-Kompetenz der 18 Standorte an zwölf Arbeitsplätze in Greven verlegt. Daher: „Sales Satellite“ (Verkaufs-Satellit). Die Fahrzeuge werden in die Online-Börsen gestellt, vermarktet – und wenn sie verkauft werden, dann können die Kunden sie direkt im Airport Center abholen. Unter Umständen ausgestattet mit einem Hinflug-Ticket.

Der zweite Schlüsselbegriff ist die „Service Factory“. 70 Mitarbeiter bereiten hier alle Modelle vor dem Verkauf auf. Wozu etwa im Sprinterbereich auch der Einbau von Spezialvorrichtungen nach Kundenwunsch gehört, wie Geschäftsführer Marcus Herkenhoff erklärt.

Wichtig ist allerdings, dass gebrauchte Flottenfahrzeuge in Greven für die Online-Präsentation aufgehübscht werden. „Sonst kann man heute nicht mehr verkaufen“, sagte Airport-Center-Geschäftsführer Michael Peters . Zur Aufarbeitung gehört am Ende auch ein Besuch im Center-eigenen Fotostudio, wo automatisch 360-Grad-Rundumbilder sowie Innenaufnahmen geschossen und gleich ins Netz hochgeladen werden.

Für Jens Urlichs, Leiter Retail Markenauftritt und Zukunftsprojekte bei Mercedes, reiht sich das Airport Center in weltweit nur drei ähnliche Pilotprojekte. In Internet-Zeiten, ist er überzeugt, werden die realen Autohäuser künftig schrumpfen und zu Erlebniswelten rund um Automobilität werden.

Urlichs gab noch mehr Hinweise auf die Zukunft: „50 Prozent der Nachfrage bei uns zielen schon heute auf Plug In-Hybride.“ Elektromobilität ist bei Mercedes fest eingeplant: „Denken Sie mal weiter, irgendwann fahren die Autos alleine zum Service.“

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