Laborergebnisse liegen vor
Vorfall am FMO: Chinesin nicht mit Corona-Virus infiziert

Greven/Rheine -

Am Montag gab es wie erwartet die Entwarnung: eine Reisende, die am Wochenende am FMO angekommen war, ist nicht mit dem Corona-Virus infiziert.

Montag, 03.02.2020, 16:34 Uhr aktualisiert: 03.02.2020, 17:28 Uhr
Shanghai: Ein Arbeiter zählt Atemschutzmasken in einer Fabrik. Foto: Ding Ting/XinHua/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Shanghai: Ein Arbeiter zählt Atemschutzmasken in einer Fabrik. Foto: Ding Ting/XinHua/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Foto: Ding Ting

Die Passagierin, die am vergangenen Sonntag am Flughafen Münster-Osnabrück gelandet ist und aufgrund von bestimmten Krankheits-Symptomen auch auf den Coronavirus getestet wurde, ist nicht damit infiziert. Das Mathias-Spital in Rheine und das Kreis-Gesundheitsamt erhielten am Montagmittag die Ergebnisse aus einem Labor in Köln.

Die 50-Jährige war auf der Rückreise von einem Verwandtenbesuch in Peking. Obwohl sie aus keinem konkret definierten Risikogebiet kam, konnte ein Verdacht nicht ausgeschlossen werden. Die Frau wurde deshalb im Mathias Spital in Rheine isoliert untergebracht. Die Mitreisenden wurden umfassend informiert.

„Natürlich sind wir sehr froh, dass es sich nicht um einen Corona-Fall handelt“, so Landrat Dr. Klaus Effing. Der gesamte Ablauf am Sonntag habe aber gezeigt, dass alle beteiligten Stellen – Kreis, Flughafen FMO, Rettungsdienst, Polizei und Krankenhaus – reibungslos zusammenarbeiten und für einen Ernstfall gewappnet sind.

Was über das Corona-Virus bislang bekannt ist

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  • China reagiert mit der Abriegelung von Millionenstädten, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Auch in Deutschland gibt es den ersten bestätigten Fall. Was bislang über den neuartigen Erreger bekannt ist:

    Foto: Arne Dedert (dpa)
  • Übertragung: Angenommen wird, dass das Coronavirus durch Tröpfcheninfektion etwa beim Husten übertragen wird. „Eine Ansteckung über kontaminierte Gegenstände gibt es eher nicht“, sagte Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM). Vermutet wird demnach derzeit, dass das Virus sich vor allem in den unteren Lungenbereichen ansiedelt und weniger ausgeprägt in den oberen Atemwegen. Das würde ein geringeres Ansteckungspotenzial bedeuten, da der es von Lunge zu Lunge weiter ist als etwa von Nase zu Nase.

    Foto: Uncredited (dpa)
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    Foto: dpa
  • Gefährlichkeit: Wie hoch die Sterberate bei dem neuen Erreger sei, lasse sich noch nicht sicher sagen, so Schmidt-Chanasit. „Nach derzeitigen Daten könnte sie ähnlich wie bei der letzten Influenza-Welle in Deutschland liegen.“ Allerdings gebe es bei beiden Infektionen eine hohe Zahl sehr milder und daher gar nicht erfasster Erkrankungen, die tatsächliche Sterberate könne daher noch weitaus niedriger liegen.

    Foto: Ringo Chiu (dpa)
  • Anpassungsfähigkeit: Das Virus sei bislang stabil und es seien keine Mutationen beobachtet worden, sagte Michael Ryan, Direktor der WHO-Notfallprogramms, in Genf. „Wir sehen keine Veränderungen in der genomischen Sequenz des Virus.“ Coronaviren gelten als sehr anpassungsfähig und wandelbar - Veränderungen im Erbgut könnten das neue Virus gefährlicher und ansteckender machen.

    Foto: Achmad Ibrahim (dpa)
  • Inkubationszeit: Die bisherigen Daten und die Erfahrungen mit anderen auf Coronaviren zurückgehenden Erkrankungen lassen Experten zufolge eine Inkubationszeit - also einen Zeitraum von der Ansteckung bis zu ersten Symptomen - von im Mittel etwa einer Woche annehmen. „Inkubationszeiten bei Atemwegserkrankungen bewegen sich zwischen 2 und 14 Tagen - und die Extremwerte sind dabei wirklich selten“, sagte der Virusforscher Christian Drosten von der Charité in Berlin.

    Foto: Arne Dedert (dpa)
  • Atemmasken als Schutz: Dass einfache Atemmasken einen guten Schutz vor dem Virus bieten, wird von Experten angezweifelt. Im Zuge der Sars-Epidemie 2002/2003 hätten einige Studien für sogenannte FFP3-Masken einen schützenden Effekt nahelegen wollen, sagte Drosten. „Das waren aber keine normalen Masken, wie man sie in Asien auf der Straße sieht oder bei uns im OP, sondern spezielle Feinpartikelmasken.“ Mit solchen Masken könne man im Alltag nicht lange herumlaufen. „Wogegen die normalen Masken schützen, ist vielleicht der häufige Griff an Mund und Nase – also die Schmierinfektion.“ Wissenschaftlichen Daten dazu lägen aber nicht vor. Von der WHO hieß es dazu, die Masken würden nicht als Vorbeugung für Gesunde empfohlen, sondern für Patienten und Leute, die sich möglicherweise angesteckt haben, damit sie das Virus nicht verbreiten

    Foto: Wang Quanchao (dpa)
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