Antonio Furnari ist in die Pizza-Nationalmannschaft berufen worden
Liebe ist die wichtigste Zutat

Reckenfeld -

Pizza backen ist seine Leidenschaft. Und eine hohe Kunst. Antonio Furnari beherrscht sie so gut, dass er nun in die Pizza-Nationalmannschaft berufen wurde.

Dienstag, 04.02.2020, 16:52 Uhr aktualisiert: 04.02.2020, 19:35 Uhr
Antonio Furnari liebt gute Zutaten – und er liebt Pizza, die sich daraus machen lässt. Die Leidenschaft hat ihm nun eine besondere Anerkennung eingebracht: die Mitgliedschaft in der Pizza-Nationalmannschaft.
Antonio Furnari liebt gute Zutaten – und er liebt Pizza, die sich daraus machen lässt. Die Leidenschaft hat ihm nun eine besondere Anerkennung eingebracht: die Mitgliedschaft in der Pizza-Nationalmannschaft. Foto: Oliver Hengst / Privat

Welche er selbst am liebsten mag? Pizza mit Schinken und Pilzen. „Ich mag es gerne einfach und klassisch.“ Einfach, aber sehr lecker. Wenn die Qualität stimmt. Dass sie stimmt, dafür sorgt im „Ristorante e Pizzeria Etna“ in der Reckenfelder Ortsmitte Antonio Furnari . Und dass er sich mit dem Pizzabacken auskennt, belegt eine frische Ehrung: Furnari ist kürzlich zum Mitglied der Pizza-Nationalmannschaft berufen worden. Furnari ist einer von deutschlandweit gerade mal 17 Köchen, die sich mit dieser Auszeichnung schmücken dürfen.

Was für eine Auszeichnung. Nur 17 Köche gehören dem erlesenen Kreis an.

Was für eine Auszeichnung. Nur 17 Köche gehören dem erlesenen Kreis an. Foto: Privat

Im April wird Furnari mit dem Nationalteam im italienischen Parma an der WM teilnehmen. „Da gewinnen zu 99,9 Prozent die Italiener“, sagt er schmunzelnd. Aber versuchen kann das deutsche Team es ja trotzdem mal. Zumal Furnari immerhin Deutsch-Italiener ist – die Mutter Deutsche, der Vater Italiener ( Filippo Furnari , der 1988 Etna gründete). In Parma werden Antonio Furnari und seine Kollegen die deutschen Farben vertreten. Die Zahl der deutschen Pizzabäcker im Team ist gleichwohl überschaubar. Die meisten sind eben doch – wen wundert‘s – Italiener.

Wenn es schnell-schnell gehen muss, wird das nichts. Pizzateig ist sehr empfindlich.

Antonio Furnari

Alles begann damit, dass Furnari Hilfe des Teams der pizza-schule.de in Anspruch nahm, um die Qualität seiner Pizzen weiter zu optimieren. Der Gründer dieser Pizza-Schule, Umberto Napolitano, ist zugleich Mannschaftskapitän und Begründer Pizza-Nationalmannschaft und seit 1995 Mitglied der „Hall of Fame“ der Pizzabäcker. Nachdem der erste Kontakt hergestellt war, leitete Furnari irgendwann selbst Seminare für Berufskollegen, die das Miteinander immer weiter ausbauten. „Mir macht das viel Spaß und es bringt unheimlich viel. Der Austausch mit den Kollegen ist ganz wichtig. Das Netzwerk ist schon gewaltig.“ So nahm er von jedem Workshop neue Impulse mit nach Greven.

Im Januar folgte dann die Einladung nach Wolfsburg, wo sich die Nationalmannschaft zum Workshop – eine Art Pizzabäcker-Trainingslager – versammelte. Antonio Furnari reiste am Montag an – und erfuhr am Mittwoch: Er ist dabei. Eine riesige Ehre.

Vorkochen musste er dafür nicht. Aber sehr wohl durch eine Art Casting, mit dem geklärt wurde, ob der Reckenfelder die Philosophie der Gruppe teilt. „Die Chemie muss schon stimmen“, sagt Furnari. Nicht jeder Eingeladene wurde letztlich in die Nationalmannschaft aufgenommen, Furnari schon. Künftig ist er als National-Pizzabäcker bei Events und Meisterschaften präsent. Als nächstes etwa bei der Messe „Internorga“ in Hamburg.

Der Reckenfelder Antonio Furnari ist Mitglied der Pizza-Nationalmannschaft

Der Reckenfelder Antonio Furnari ist Mitglied der Pizza-Nationalmannschaft Foto: Oliver Hengst

Wie jede Nationalmannschaft hat auch das Team der besten Pizzabäcker Deutschlands einen einheitlichen Dress. Furnaris Outfit ist noch unterwegs zu ihm. Künftig wird er die Kochjacke bei allen offiziellen Anlässen tragen. Rückennummern gibt es nicht – aber natürlich ein Logo und den eigenen Namen auf der Brust. Die einzige Verpflichtung, die Furnari einging, als er sich auf das Abenteuer Nationalmannschaft einließ: Er darf nicht für Konkurrenz-Produkte der Team-Sponsoren werben.

Das Geheimnis einer guten Pizza?

Man müsse sie mit „Liebe und Gefühl“ zubereiten, sagt Furnari und meint das genau so. „Wenn es schnell-schnell gehen muss, wird das nichts. Pizzateig ist sehr empfindlich.“ Vor allem müsse man ihm Zeit geben. Morgens Teig ansetzen, um ihn abends direkt zu verarbeiten – schon falsch. Auch habe sich das Backen auf Stein als Nonplusultra erwiesen. Zudem legt Furnari Wert auf Tomatensauce aus – na klar – italienischen Tomaten und auf echten Mozzarella-Käse. Es gebe allerdings vereinzelt Restaurant-Kunden, die immer noch gezielt nach dem guten, alten Gouda fragen.

Tabus beim Belegen der Pizza?

„Da gibt es eigentlich keine mehr“, sagt Furnari. Früher schon, heute aber kaum noch. Regelmäßig testet er deshalb auch neue Varianten. Eine einst neu eingeführte Kombi mit Ziegenkäse und Feigensenf habe sich bei Etna zum Beispiel als echter Renner erwiesen. „Die dürfen wir nicht mehr von der Karte nehmen.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7239171?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F
Nachrichten-Ticker