Auswirkungen des Sturmtiefs „Sabine“
Apokalypse wird zum Stürmchen

Greven -

Die Folgen des Sturmtiefs Sabine in Greven: übersichtlich. Dennoch war das Unwetter am Montag an vielen Stellen im Alltag zu spüren.

Montag, 10.02.2020, 19:00 Uhr aktualisiert: 11.02.2020, 16:42 Uhr
Zwei der Bäume, die im Hintergrund zu sehen sind, mussten auf ihre Standfestigkeit untersuch werden. Deshalb blieb die Königstraße in diesem Bereich gesperrt.
Zwei der Bäume, die im Hintergrund zu sehen sind, mussten auf ihre Standfestigkeit untersuch werden. Deshalb blieb die Königstraße in diesem Bereich gesperrt. Foto: Peter Beckmann

Die Ankündigung war schon fast apokalyptisch, heraus gekommen ist ein Sturm – nicht mehr und nicht weniger. Passiert ist – zumindest in Greven – relativ wenig. „Wir sind aufgrund der Warnungen von mehr Einsätzen ausgegangen“, sagte Michael Koordt , Leiter der Feuer- und Rettungswache Greven.

Aber: Die Feuerwehr war gut vorbereitet. Am Sonntag wurden bereits in den Mittagsstunden die ersten Vorbereitungen für Sturmtief „Sabine“ getroffen. Ab 18 Uhr wurde durch die Rettungsleitstelle des Kreises Steinfurt die „Unwetterlage“ ausgelöst und damit alle Gerätehäuser der Feuerwehr besetzt. Insgesamt mussten die Grevener Feuerwehrleute zu 21 Einsätzen ausrücken. „Zwei davon waren etwas größere“, erklärte Koordt. 70 Feuerwehrleute waren unterwegs

Der eine größere Einsatz fand in Reckenfeld am Jägerweg statt. Da war ein großer Baum umgestürzt. Der zweite größere Einsatz hatte dann aber massive Auswirkungen. Am Sonntagabend gegen 22.45 Uhr war an der Königstraße im Bereich zwischen den Kreisverkehren zur Grabenstraße und Leinweberstraße ein Baum auf die Fahrbahn gestürzt. Der konnte von den Feuerwehrmännern und -frauen zwar schnell beseitigt werden. Aber: „Dort stehen zwei, drei weitere Bäume, die eventuell stürzen können“, erklärte Koordt. Aus diesem Grunde sei der Straßenabschnitt komplett gesperrt worden. „Die Gefährdungslage ist einfach zu hoch.“

Die Sperrung sorgte für einiges Durcheinander. Fahrer, die über die Königstraße zur Schiffahrt und oder zur Autobahn gelangen wollten, mussten sich andere Wege suchen. Der Verkehr ging zum großen Teil über die Bismarckstraße, aber auch über Grabenstraße und teilweise durch die Wöste wieder auf den hinteren Teil der Königstraße.

Die Sperrung blieb bis in den frühen Mittag bestehen. „Baumexperten mussten sich erst die Bäume anschauen“, erklärte Koordt.

Auch die Mitarbeiter des Bauhofes hatten Rufbereitschaft und mussten zu kleineren Ereignissen raus. Gestern waren sie in Zweier-Teams vor allem in den Außenbereichen unterwegs, um nach möglichen Gefahrenpunkten Ausschau zu halten.

Zurück zum Verkehr: Denn nicht nur diese Autofahrer hatten es schwer zur Arbeit zu gelangen. Auch Bahnpendler schauten in die Röhre. Ein Großteil der Züge in Richtung Münster oder Rheine fielen am Morgen aus. Erstaunlich: Während die Verbindungen von National Express und Eurobahn ausfielen, fuhren die Züge der Westfalenbahn – allerdings auch mit erheblichen Verspätungen. Der Zugbetrieb auf der Strecke wurde im Laufe des Tages sukzessive wieder aufgenommen.

Und auch die Geschäftsleute, die am Sonntag ab Nachmittag und am Montag per Flugzeug nach Frankfurt oder München fliegen wollten, blieben am Boden. Von Sonntag 14.40 Uhr, bis Montagmittag fielen diese Flüge aus, auch eine Verbindung nach Kopenhagen wurde gestrichen. Die Verbindungen nach Stuttgart oder Berlin flogen mit einiger Verspätung. Bis auf einen Flug nach Antalya am Sonntag blieb der Touristik-Verkehr von Annullierungen verschont.

Auch für den heutigen Dienstag sind noch Sturmböen vorausgesagt. Sie sollen in den Mittagsstunden bis zu 90 Kilometer pro Stunde stark werden. Was dann ganz konkrete Fragen aufwirft. Zum Beispiel: Wohin heute Morgen mit dem Gelben Sack? „Die sollten so spät wie möglich heraus gestellt, angebunden oder beschwert werden“, empfiehlt der Abfallberater Christian Kaufmann.

Unwetter hin oder her: Gefreut haben sich auf jeden Fall die Schüler. Ein schulfreier Tag ist ja nicht zu verachten. Allerdings mussten viele Eltern Urlaubstage nehmen, damit die Kinder betreut waren. Und das konnte man am Montag in der Stadt merken. In den Geschäften herrschte in den ersten Stunden gähnende Leere.

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