Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen der Lebenshilfe und dem Augustinianum
Schüler als „Lebenshelfer“

Greven -

Tolle Sache. Augustinianer setzen sich für Menschen mit Behinderung ein. Der Einsatz steht nachher auch im Abi-Zeugnis.

Dienstag, 18.02.2020, 07:42 Uhr aktualisiert: 18.02.2020, 07:50 Uhr
Dr. Volker Krobisch (links, sitzend) und Prof. Dr. Klaus Gellenbeck (rechts, sitzend) haben den Kooperationsvertrag unterschrieben.
Dr. Volker Krobisch (links, sitzend) und Prof. Dr. Klaus Gellenbeck (rechts, sitzend) haben den Kooperationsvertrag unterschrieben. Foto: Nele Grüter

„Begabung ist eben mehr als nur Mathe“, sagt Julia Al-Sibai , Lehrerin am Gymnasium Augustinianum und Koordinatorin des Projekts „Lebenshelfer“. „Auch soziale Kompetenzen sind sehr wichtig und müssen anerkannt werden“.

Genau das ist gestern mit der offiziellen Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen dem Gymnasium und der Lebenshilfe im Kreis Steinfurt geschehen.

Lebenshelfer, das sind zurzeit 40 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Augustinianum, die sich ehrenamtlich für Menschen mit körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung engagieren. Sie ermöglichen den Menschen, am alltäglichen Leben teilzunehmen.

„Die Lebenshelfer sind überall da, wo Unterstützung gebraucht wird“, sagt Jana Oetker, die in der Schulassistenz und dem Freizeitbereich der Lebenshilfe tätig ist. So wurde zusammen mit dem Sportverein Greven 09 eine inklusive Fußballgruppe gegründet. Die Idee dazu kam von einem fußballbegeisterten Lebenshelfer.

Laut Lauren Schmitt, die gerade ihr freiwilliges soziales Jahr in der Lebenshilfe macht, handelt es sich einfach um „100 prozentige Inklusion“. Sie selbst war Schülerin auf dem Augustinianum und als Lebenshelfer tätig. Das hat sie so beeinflusst, dass sie nun ihr freiwilliges soziales Jahr in diesem Bereich macht und sich für ein Studium der sozialen Arbeit bewerben möchte.

Eine aktive Lebenshelferin ist Michelle Kozjan, die zurzeit die Jahrgangsstufe elf besucht. Sie hat über Freunde von dem Projekt erfahren und möchte sich in der Arbeit mit den beeinträchtigten Menschen ausprobieren und so ihre Berührungsängste verlieren.

Natalia Zacarias-Föhrding und Nikolas Nadan sind beide bereits in der Abenteuerkiste tätig und erweitern als Lebenshelfer ihre Aufgaben. Einig sind sich alle drei: das Projekt macht ihnen viel Spaß und sie können es kaum erwarten, jetzt in den praktischen Teil übergehen zu können. Denn bevor die Lebenshelfer mit den Menschen zusammenarbeiten dürfen, werden sie circa ein Halbjahr lang darauf vorbereitet. „Sie erhalten Informationen über die Krankheitsbilder, machen einen Erste-Hilfe-Kurs und lernen so ihre Berührungsängste zu verlieren“, sagt Julia Al-Sibai.

Das Projekt der Lebenshelfer gibt es schon seit 2018. Aber durch die Unterzeichnung des Vertrages wird die Tätigkeit als Lebenshelfer nun auch auf dem Abiturzeugnis vermerkt. Die Lebenshelfer erhalten so ihr juristisches Zertifikat als Alltagshelfer, was sie sich so später anerkennen lassen können.

„Die Zusammenarbeit und vor allem der Gewinn auf beiden Seiten ist nicht hoch genug einzuschätzen“, sagt Prof. Dr. Klaus Gellenbeck, Vorsitzender der Lebenshilfe im Kreis Steinfurt. Zum einem profitieren die beeinträchtigten Menschen von den Lebenshelfern, aber auch mehr Sozialkompetenz sei ein Gewinn für jeden Menschen. Auch Dr. Volker Krobisch, Schulleiter des Gymnasiums, ist sehr erfreut drüber, dass aus dem ehemaligen Projekt nun eine offizielle Kooperation geworden ist. Über diese „äußerst sinnvolle pädagogische Tätigkeit, gerade für das soziale Lernen“ könne er sich nur freuen. Die Kooperation stellt „einen außerordentlichen Gewinn für unsere Schule da, denn das Engagement der Schülerinnen und Schüler trägt in die Schule zurück und auch in die Gesellschaft als Ganzes“, sagt er.

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