Lesung des Reckenfelder Treffs mit Aladin El-Mafaalani zum Thema Bildung
Herkunft spielt immer noch eine Rolle

Freitag, 21.02.2020, 07:38 Uhr aktualisiert: 21.02.2020, 07:40 Uhr
Wissenschaftler und Bestsellerautor Aladin El-Mafaalani stellt in Greven sein neues Buch „Mythos Bildung“ vor.
Wissenschaftler und Bestsellerautor Aladin El-Mafaalani stellt in Greven sein neues Buch „Mythos Bildung“ vor. Foto: Wilfried Gerharz

Er – das ist Aladin El-Mafaalani , den der Reckenfelder Treff nun schon zum dritten Mal nach Greven lotst. Was alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist. Denn El-Mafaalani ist so eine Art Wissenschafts-Popstar. Seine Bestseller bescheren ihm regelmäßig Einladungen in TV-Talkshows. Als El-Mafaalani neulich im Kölner Gloria-Theater zusammen mit Grünen-Chef Robert Habeck sein neues Buch „Mythos Bildung“ vorstellte, blieb kein Sitz im Saal leer. Habeck habe El-Mafaalani im Beisein von Reiling bescheinigt: „Er ist der klügste Soziologe, den ich kenne.“

Auch im Ballenlager in Greven wird am Donnerstag, 27. Februar, um 18 Uhr, dieses Buch im Mittelpunkt stehen. Es geht darin um El-Mafaalanis (und Reilings) Leib- und Magenthema: ungleiche Bildungschancen und unterschiedliche Zugangsvoraussetzungen zur Bildung. Die Herkunft spielt eben immer noch eine (zu) große Rolle.

Den Kontakt hatte Reiling einst bei einer Veranstaltung zum Thema „Länger gemeinsam Lernen“ geknüpft. Vier, fünf Jahre ist das her. Der Kontakt riss nie ab, wurde sogar eher intensiviert – trotz der zunehmenden Popularität des Wissenschaftlers, der mehr und mehr auch ein Bestsellerautor wurde. Die beiden pflegen kurze Wege. Ohne wäre es auch schwierig, überhaupt einen Termin mit ihm zu bekommen.

In seinem neuesten Buch fordert El-Mafaalani keine Revolution ein, aber Änderungen im Bildungssystem, um Ungleichheiten in der Gesellschaft abzumildern. „Seine Stärke ist die Rhetorik“, weiß Reiling. Das gilt fürs Schreiben, aber auch und besonders für das reale Leben.

Welche Änderungen sollten nach El-Mafaalanis Vorstellungen die Bildungschancen benachteiligter Schichten erhöhen? Lehrer, die von Bürokratie entlastet werden, zum Beispiel. Und attraktive, weil gut ausgestattete (Ganztags)-Schulen, an denen Sozialarbeiter, Ernährungsberater, Mediziner keine Ausnahme, sondern die Regel sind, zählt Reiling auf. Schulen, an denen das Lehren und das Lernen gleichermaßen Spaß machen. In „Mythos Bildung“ analysiert El-Mafaalani das Bildungssystem, das eigentlich Bildung für alle garantieren sollte, davon aber noch ein ganzes Stück entfernt ist.

Karten für die Lesung und Diskussion mit Aladin El-Mafaalani, aktuell Professor für Erziehungswissenschaft und Inhaber des Lehrstuhls für Erziehung und Bildung in der Migrationsgesellschaft an der Universität Osnabrück, gibt es bei Greven Marketing (sechs Euro), auf localticketing.de (6,17 Euro) und an der Abendkasse (acht Euro). Die Veranstaltung beginnt im Ballenlager um 18 Uhr, Einlass ab 17 Uhr. Die Schirmherrschaft hat der Osnabrücker Stadtrat Wolfgang Beckermann übernommen. Es gibt auch einen Büchertisch, auf Wunsch signiert der Autor seine Bücher.

 

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