Till Kohnke ist Geschäftsführer von Piepmeyer & Harmeyer co-winco GmbH
Digitalisierung als Herausforderung

Greven -

Maschinen für die Post- und Papierbearbeitung bieten heute eine ganze Menge: Briefe falzen, kuvertieren, wiegen und frankieren in einem Rutsch. Dennoch gibt es starke Konkurrenz: die elektronische Post.

Mittwoch, 26.02.2020, 12:58 Uhr aktualisiert: 26.02.2020, 13:00 Uhr
Til Kohnke ist seit 2016 geschäftsführender Gesellschaft der Piepmeyer & Harmeyer co-winco GmbH, die über mehr als 30-jährige Erfahrung mit dem Vertrieb und Service von Maschinen für die Post- und Papierbearbeitung verfügt
Til Kohnke ist seit 2016 geschäftsführender Gesellschaft der Piepmeyer & Harmeyer co-winco GmbH, die über mehr als 30-jährige Erfahrung mit dem Vertrieb und Service von Maschinen für die Post- und Papierbearbeitung verfügt Foto: Pia Weinekötter

Wer einen Brief von einem Unternehmen, einer Behörde oder einer Institution erhält, macht sich in der Regel kaum Gedanken darüber, wie der Brief kuvertiert und frankiert wurde. In den wenigsten Fällen befindet sich noch eine Briefmarke auf dem Umschlag, sondern meistens ein blauer Frankierabdruck. „Das wirkt nicht nur professioneller, sondern bietet neben dem Postwert und dem Tagesstempel auch die Möglichkeit, sein Unternehmen mit Werbung oder dem Hinweis auf aktuelle Aktionen dort individuell dazustellen“, erklärt Till Kohnke . Als Geschäftsführer der Piepmeyer & Harmeyer co-winco GmbH weiß er, wovon er spricht.

Mehrere Portoerhöhungen bei Deutschen Post in einem Jahr? Ständig neue Briefmarken-Werte vorrätig halten? Kein Unternehmen möchte diesen Aufwand betreiben. Maschinen für die Post- und Papierbearbeitung – wie es im Firmennamen heißt – bieten hier eine Problemlösung. „Briefe falzen, kuvertieren, wiegen und frankieren geschieht hier mit passenden Postbearbeitungssystemen, die die Postbearbeitung noch einfacher macht. Portoerhöhung sind online eingepflegt und werden automatisch berücksichtigt“, erklärt der Elektro-Ingenieur mit 20 Jahren Berufserfahrungen in diesem Sektor.

Der gebürtige Bielefelder, der seit 2019 in Greven wohnt, begann seine berufliche Laufbahn im väterlichen Unternehmen PSB. Als PSB-Geschäftsführer übernahm er 2016 das 2015 aus einer Fusion der rheinischen co-winco GmbH mit der münsterländer Piepmeyer & Harmeyer GmbH entstandene Unternehmen an der Mergenthaler Straße 38 als geschäftsführender Gesellschafter. Die in Lengerich gegründete Piepmeyer & Harmeyer GmbH mit ihrer fast 30-jährigen Marktpräsenz zog bereits 2011 an den heutigen Firmensitz nach Greven. Ergänzt wurde der Zusammenschluss 2018 durch eine Niederlassung in der Nähe von Bielefeld.

„Der so entstandene Firmenname ist zwar etwas lang und unhandlich, aber so finden uns auch alle bisherigen Kunden wieder“, begründet der 47-Jährige die Namensgebung, gibt aber schmunzelnd zu, „irgendwann finden wir vielleicht auch eine kürzere Firmierung.“

Durch die Fusion deckt das Unternehmen mit seinen 20 Mitarbeitern für Vertrieb und Service als Exklusiv-Händler der Maschinen von Quadient (vormals Neopost) das Rheinland, Ruhrgebiet, Münsterland und Ostwestfalenlippe – „also eigentlich ganz NRW und große Teile Niedersachsens“ – ab. Für die Versorgung mit passenden Verbrauchsmaterialien wie beispielsweise Tintenkartuschen beliefert das Grevener Unternehmen auch ganz Deutschland. „Zu unseren Kunden zählen Handwerksbetriebe, Behörden, Handel und Dienstleister genauso wie international tätige Konzerne aus den unterschiedlichsten Branchen von ‚A‘ wir Automobil bis ‚Z‘ wie Zahnarztpraxen“, umreißt Kohnke das Portfolio.

Trotzdem handelt es sich dabei nicht nur um einen Nischenmarkt, sondern sogar um einen schrumpfenden Markt. „Wir können nur durch Unternehmenszusammenschlüsse am Markt bestehen, wenn wir Synergien nutzen und Ressourcen sparen“, macht sich der Unternehmer keine Illusionen, „zudem ist wachsende Digitalisierung natürlich auch ein großes Thema.“ Die Konkurrenz durch den zunehmenden E-Mail-Verkehr in den Unternehmen ist groß und macht so manchen kuvertierten und frankierten Brief überflüssig. „Jedoch unterliegt die gesamte Unternehmens-Kommunikation der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)“, gibt Kohnke zu bedenken und ist sich sicher, „gerade Branchen wie Banken, Ärzte oder Rechtsanwälte werden so schnell nicht auf Briefpost verzichten können.“

Also werden wir uns auch zukünftig beim Erhalt eines Briefes mit Freistempel die Gedanken übers Kuvertieren und Frankieren machen können, denn: „Briefmarke war gestern, automatisches Frankieren ist heute und Digitalisierung ist morgen.“

 

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