Amtsgericht verurteilt 20-Jährigen zu Bewährungsstrafe
Internetgeschäfte wegen Drogenschulden

Donnerstag, 27.02.2020, 17:16 Uhr

Dramatisch an den Taten war, dass der Angeklagte seine 17-jährige Freundin mit in sein Dilemma gezogen hatte.

Sie ermöglichte ihm, Herrenkleidung auf ihren Namen zu bestellen, die er verkaufen wollte, um davon einen Teil seiner Drogenschulden von 4000 Euro zu bezahlen.

„Sie hat mir ausdrücklich erlaubt, Waren im Wert bis zu 2000 Euro innerhalb von vier Monaten auf ihren Namen zu bestellen“, sagte er mehrmals, was sein Vater mit einer Sprachnachricht der Ex-Freundin bestätigte. Die Nachricht wurde in der Verhandlung abgespielt.

Der Angeklagte verkaufte die Kleidung nach seinen Angaben für 160 Euro, bezahlte die Ware im Internet aber nicht.

Die Gläubiger wendeten sich an seine Freundin. Die heute 18-Jährige betrat sichtlich angespannt mit ihrer Mutter den Gerichtssaal. Sie bestätigte auf dem Zeugenstuhl zwar die Zustimmung in einem kleineren finanziellen Rahmen, sagte aber, dass sie nur unter dem Druck der Drogenszene so gehandelt hätte.

„Ich hatte totale Angst, dass er mich in den Scheiß mit den Leuten reinzieht“, sagte sie unter Tränen. Sie hätte ihn während seiner Therapie in der Klinik kennengelernt. Dort habe er ihr auch von seinen großen finanziellen Sorgen erzählt.

Es seien nach und nach immer mehr Gläubiger an sie herangetreten. Aus Angst vor Repressalien im Internet, auch sexueller Art, habe sie zunächst nachgegeben.

Der Angeklagte sei auf einem guten Weg und habe jetzt nach der Langzeittherapie eine feste Arbeit, der er ab sechs Uhr morgens nachgehe, wie die Jugendgerichtshilfe und der Bewährungshelfer bestätigten.

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