Fake-Video zieht weiter Kreise
Bundestagsabgeordneter warnt vor Fälschung

Greven/Ladbergen -

Das Video ist echt. Aber fünf Jahre alt. In gewissen Online-Foren kursieren die Bilder vom Aufbau der Registrierungsstelle für Flüchtlinge am FMO. Und es wird vorgegaukelt, sie seien aktuell.

Freitag, 13.03.2020, 16:58 Uhr aktualisiert: 14.03.2020, 22:48 Uhr
Auch der Coesfelder Bundestagsabgeordnet Marc Henrichmann warnt vor dem Fake-Video.
Auch der Coesfelder Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann warnt vor dem Fake-Video. Foto: Facebook

Der Bundestagsabgeordnete der CDU aus dem Kreis Coesfeld, Marc Henrichmann , warnt vor einem falschen Video aus Greven, das derzeit in den sozialen Netzwerken kursiert. Es zeigt die Aufbauarbeiten für die Flüchtlingsregistrierungsstelle am Flughafen Münster/Osnabrück im Jahr 2015. Allerdings wurde es von Online-Fälscher auffällig mit einem aktuellen Datum versehen, so dass der Eindruck entsteht, es handele sich um ein aktuelles Video.

Auf seiner Facebook-Seite mahnt Henrichmann andere Facebook-Nutzer: „Bitte leitet nicht ungeprüft solche böswilligen Manipulationen und Falschinformationen weiter. Bleibt aufmerksam und kritisch. Geht nicht Ex­tremisten und Scharfmachern auf den Leim.“

Entstanden ist das Video im Jahr 2015. Elmar Ries, Redakteur dieser Zeitung, ist darin im Gespräch mit Mitarbeitern zu sehen, die am FMO das große Registrierungszelt aufbauen, in dem Tausende von Flüchtlingen empfangen wurden, um ihre Daten aufzunehmen. Veröffentlicht wurde es vor fünf Jahren auf unserem Online-Portal.

Derzeit kursieren die gleichen Bilder sowohl bei Facebook wie bei WhatsApp und offenbar auch bei Twitter.

„Wir haben bei Facebook einen Ansprechpartner, um auf solche Fake-Nachrichten hinzuweisen“, sagt Carsten Vogel.

Er ist Teamleiter der Online-Redaktion dieser Zeitung und hat aus verschiedenen Quellen Hinweise auf das gefakte Video erhalten. „Bei Facebook konnten wir es löschen lassen.“

Bei anderen Online-Portalen wie Twitter sei das erheblich schwieriger. Über das Auftreten in internen WhatsApp-Gruppen erfahren in der Regel nur die Mitglieder dieser Gruppen – die in der Regel auf einer Wellenlänge liegen.

Als Fake-News gelten Nachrichten, die entweder falsch sind oder in falsche Zusammenhänge gestellt werden. Es gibt Internetportale, die nur von der Verbreitung solcher Nachrichten leben, die eine gewisse abgeschottete Welt produzieren.

Man spricht dabei von Internet-Blasen, weil deren Nutzer sich nur in ihren Kreisen bewegen und für andere Informationen schwer empfänglich sind.

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