Neue Serie über die Klima-Kita St. Mariä Himmelfahrt
„Klimaschutz ist eine Haltung“

Greven -

Die Kita St. Mariä Himmelfahrt ist Klima-Kita. Eine der ersten in NRW. In einer Serie beleuchten wir, was das heißt.

Samstag, 14.03.2020, 12:55 Uhr aktualisiert: 14.03.2020, 13:00 Uhr
In der Klima-Kita spielen die Kinder mit natürlichen Materialien.
In der Klima-Kita spielen die Kinder mit natürlichen Materialien. Foto: Pia Weinekötter

„Uih, das riecht gut: lecker Möhren“, freut sich Josefine auf das Mittagessen in der Sonnen-Gruppe. Die Zweijährige nimmt den Löffel und füllt sich das Gemüse gekonnt von der Glasschüssel auf ihren Porzellan-Teller. Julian schneidet währenddessen schon seinen Fisch klein und nippt an seinem Wasser-Glas. „Wir haben uns ganz bewusst in der Kita für Geschirr aus Glas und Porzellan entschieden und die Kinder kommen auch gut damit klar“, erläutert Sandra Janssen , die Einrichtungsleiterin der Kita St. Mariä Himmelfahrt .

Und diesen Gedanken der Nachhaltigkeit gibt es in der Kita an der Grabenstraße nicht erst, seitdem sie im vergangenen Herbst zur ersten Klima Kita Grevens wurde.

„Als wir uns die Bewerbungsunterlagen durchgelesen haben, stellten wir fest: das machen wir ja schon!“, blickt Janssen zurück. Verwundert war das Kita-Team allerdings, als es im Fragebogen den Namen des Projektes angeben sollte. Den gab es nämlich nicht!

„Für uns ist Klimaschutz kein zeitlich befristetes Projekt, sondern eine Haltung.“ Und diese Haltung von Erziehern, Eltern und Kindern zeigt sich in vielen Aspekten im Alltag der Kita.

Gekocht wird mit Bio-Produkten, Fleisch gibt es nur zwei Mal pro Woche. „Beim Einkaufen haben wir versucht, die Wege zu optimieren, wohnortnah und möglichst unverpackt einzukaufen“, erklärt die Einrichtungsleiterin. Und so bringt eine Mutter die Eier vom eigenen Bio-Hof vorbei. Der Wagen vom Milchhof Große Kintrup hat seine Runde um die Kita erweitert.

Körner und Saaten für Müsli und das selbstgebackene Brot werden ebenso genutzt, wie saisonales Obst, Gemüse und Kräuter aus dem eigenen Kita-Garten – leider wurde gerade der Grünkohl stibitzt.

„Gerade bei den Mahlzeiten legen wir viel Wert darauf, Reste zu vermeiden“, betont Janssen. Wichtig ist ihr und ihrem Team dabei, dass gerade die Kinder mit im Boot sind: „für die Kinder ist der Umgang mit Natur und mit den Ressourcen oftmals ganz natürlich, denn Kinder sind geborene Naturschützer.“

Das zeigt sich auch im Nashorn-Projekt. Ein zerrissener Katalog wurde nicht etwas als Altpapier entsorgt, sondern Jonas, Pepe, Mika, Hauke und Lukas kreierten daraus ein Pappmaché-Nashorn im Stil von Nikki de Saint Phalle und lernten dabei quasi nebenbei noch etwas über die Künstlerin.

Auch in der Bau-Ecke findet man fast nur Naturmaterialien wie Holz, Nüsse, Muscheln – „doch die Lego-Steine behalten natürlich ihren Platz“, schmunzelt die Kita-Leiterin.

Und im naturnah gestalteten Außengelände mit viel Holz, Nistkästen und Gemüsebeeten sucht man Plastikförmchen vergeblich. Stattdessen wird mit echtem Koch-Geschirr gespielt – Nachschub immer gesucht. „Wer Töpfe oder Pfannen übrig hat, darf die gerne bei uns abgeben“, freut sich Janssen. Draußen sind die Kinder auch oft und fast bei jedem Wetter. Jedoch ohne die Kunststoff-Matschhosen.

„Die Kinder dürfen auch dreckig und nass werden und mal den Sand und das Gras spüren – dafür gibt es ja Wechselwäsche.“

Und die dreckige Hose kommt dann konsequenterweise auch nicht mehr in einer Plastik-Tüte sondern in einem Stoffbeutel nach Hause. Das war nämlich einem Kind direkt aufgefallen beschreibt die engagierte Kita-Leiterin: „Wenn wir überall Plastik vermeiden wollen, müssen wir das auch bei der Dreckwäsche machen.“

Kinder sind eben doch geborene Naturschützer.

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