Hubertus-Apotheke hat Plexiglas-Scheiben Marke Eigenbau installiert
Personal und Kunden schützen

Reckenfeld -

Plexiglasscheiben und mehr – in diesen Tagen müssen sich auch die Grevener Bürger neue Regeln und Anblicke gewöhnen.

Donnerstag, 19.03.2020, 16:33 Uhr aktualisiert: 20.03.2020, 16:41 Uhr
Judith Löchter und ihr Team der Hubertus-Apotheke haben – wie andere Apotheker auch – Plexiglasscheiben zum Schutz vor Infektionen installiert.
Judith Löchter und ihr Team der Hubertus-Apotheke haben – wie andere Apotheker auch – Plexiglasscheiben zum Schutz vor Infektionen installiert. Foto: Oliver Hengst

An den Anblick muss man sich erst einmal gewöhnen. Aber in diesen Tagen gewöhnt man sich ja erstaunlich rasch an Dinge, die man so noch nicht kannte. In der Hubertus-Apotheke am Reckenfelder Marktplatz stehen seit einigen Tagen Plexiglasscheiben auf den Beratungstheken. „Marke Eigenbau“, sagt Apotheken-Inhaber Judith Löchter . „Es musste schnell gehen.“ Na klar, ein Tischler hätte die Barrieren, die vor Infektionen schützen sollen, vielleicht etwas schöner hinbekommen. „Aber im Moment zählt Funktionalität. Die Scheiben dienen dem Schutz aller Beteiligten.“ Und auf den Tischler hätte man Tage oder Wochen warten müssen.

Die Plexiglas-Vorrichtungen sind längst nicht die einzigen Schutzmaßnahmen in der Apotheke. Wie etliche Berufskollegen hat auch Judith Löchter mit ihrem zehnköpfigen Team viele weitere Dinge umgesetzt, die eine Weitergabe des Corona-Virus eindämmen sollen. „Wir müssen ja alle gemeinsam versuchen, die Ausbreitung zu verlangsamen“, sagt sie.

Bislang habe sie zu den Scheiben und allen weiteren Schutzmaßnahmen „sehr gute Rückmeldungen von den Kunden“ bekommen, Selbst die Neuerung, dass sich nur drei Personen gleichzeitig im Verkaufsraum aufhalten dürfen, wurde klaglos angenommen. Wenn viel los ist, stehen die Kunden daher draußen Schlange, in jeweils angemessenem Abstand, und warten darauf, hereingelassen zu werden.

Kunden mit Erkrankungen werden gebeten, die Apotheke möglichst nicht zu betreten. Judith Löchter und ihr Team bringen die Medikamente raus, reichen sie auch ins Auto oder liefern sie nach Hause.

In der Apotheke selbst sind Wartebereiche mit gelben Kreuzen auf dem Boden markiert. Und ohne an einer Desinfektionsstation Halt gemacht zu haben, geht es für niemanden weiter. Ein Meter Mindestabstand ist selbstverständlich. „Es gibt da keine Diskussionen“, hat die Apothekerin festgestellt. Die Kunden seien überwiegend sehr verständnisvoll und diszipliniert.

Die Mitarbeiter der Apotheke schützen sich selbst, indem sie „mindestens alle 30 Minuten die Hände waschen“. Das Nutzen von Handschuhen hat die Inhaberin ihren Mitarbeiterinnen freigestellt. Mundschutz wird nicht getragen. „Das Material ist ja in der Tat kaum zu bekommen“, sagt Judith Löchter.

Gleichwohl rät sie zur Besonnenheit. Es gebe auch keinen Grund, sich mit Medikamenten zu bevorraten. Natürlich spüre man die Abhängigkeit vom Weltmarkt. Die habe sich durch die momentane Situation auch ganz sicher nicht verbessert. „Aber es gibt keine Corona-bedingten Engpässe“, beruhigt die Apothekerin.

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