Gruppe bei Facebook gegründet
Hilfe in Zeiten von Corona

Greven -

Grevenerin gründet Facebook-Gruppe für Menschen, die Hilfe beim Einkauf benötigen. Noch läuft es langsam an.

Samstag, 21.03.2020, 06:35 Uhr aktualisiert: 22.03.2020, 15:28 Uhr
Angela Wieschebrock, Katharina Kirchhoff und Michelle Heidemann (v.l.) haben sich über das Internet gefunden.
Angela Wieschebrock, Katharina Kirchhoff und Michelle Heidemann (v.l.) haben sich über das Internet gefunden. Foto: Günter Benning

Wo Unheil dräut, ist Hilfe nicht weit. Möglicherweise ist das von Schiller, es stimmt aber im Moment auch für Greven. Der Corona-Virus ruft die Helfer auf den Plan. Sowohl in Whats­App- und Facebook-Gruppen wie bei Messdienern und Landjugend haben sich zahlreiche Grevener gefunden, die im Notfall einkaufen würden.

Angela Wieschebrock, Köchin und Hauswirtschafterin, hat neulich schon einer älteren Dame helfen können. „Sie sagte, ihre Kinder wohnen weit entfernt“, erklärt sie. Wieschebrock erledigte für sie einen kleinen Einkauf, stellt dann den Korb in den Hausflur und ging. Kein Händeschütteln, Kontakt nur über Telefon. „Und nachher unbedingt Händewaschen.“

Facebook-Gruppe

Angela Wieschebrock, Katharina Kirchhoff und Michelle Heidemann haben sich über Facebook- und Whatsapp-Gruppen kennengelernt. Heidemann: „Ich kenne die Situation von meinen Großeltern in Saerbeck, die können im Moment auch nicht raus.“ Also gründete sie schnell die Facebook-Gruppe „Corona Hilfe Greven“. Etliche Leute haben schon ihre Hilfe angeboten. Die Nachfrage ist noch dünn – wer älter ist, ist nicht unbedingt Online.

45 junge Helfer

Die Messdiener von St. Martinus und die Landjugend sind gleich groß eingestiegen. Etwa 45 Freiwillige wären bereit, Menschen in Not beim Einkauf zu helfen.

In einer kleinen Gruppe von sechs Leuten wird die Aktion koordiniert. Zu einem Treffen ist es bisher nicht gekommen. „Wir machen alles über WhatsApp“, sagt Sarah Schütter von den Messdienern, „das funktioniert auch“.

Am Donnerstag hatte die Gruppe ihren ersten Einsatz, ein älterer Herr hatte sich gemeldet.

Das Angebot sei vor allem für Risikogruppen gedacht. Ältere Menschen oder Vorerkrankte, die besser jeglichen Kontakt meiden sollten. „Wir hoffen“, sagt Sarah Schütte, „dass viele Leute die Hilfe in Anspruch nehmen.“

Rathaus koordiniert

Bei der Stadtverwaltung koordiniert Christa Krita die Aktivitäten. Bisher, erklärt sie, seien noch kaum Anfragen angekommen. Vermutlich können viele Ältere auf ein Netzwerk von Verwandten, Freunden und Nachbarn rechnen.

Zunächst hatte Klaus Hofstadt, Mitglied im Krisenstab der Stadt, die Hilfsangebote durchaus kritisch gesehen: „Wir versuchen ja gerade, die Leute auf Distanz zu bringen.“ Mittlerweile steht aber auch Greven den Angeboten gegenüber. In Saerbeck etwa will der DRK-Kreisverband Tecklenburger Land – so wie in anderen Orten – koordinieren. Michaelle Heidemann von der Grevener Facebook-Gruppe ist Mitglied im DRK und steht dort bereits auf der Helferliste.

Für Messdienerin Sarah Schütte ist es wichtig, dass man bei notwendigen Einkäufen helfen will: „Wir wollen keine Hamsterkäufe unterstützen.“ Sie ist gerade in ihrem freiwilligen sozialen Jahr in einem Krankenhaus tätig. Und darum weiß sie, worauf es aktuell ankommt. Auch bei jeder Hilfe: Hygiene, Abstand, Händewaschen. Menschen, die Hilfe für ihre Einkäufe oder andere Dinge benötigen, können sich per Facebook, Email oder Handynummern melden.

Die Nachbarschaftshilfe Greven ist unter 01573 908 73 42 (Arenskötter) und 01573 39 832 090 (Poeche) zu erreichen).

Die Facebookgruppe ( https://www.facebook.com/groups/2630244817300081/ ) findet man unter dem Suchwort „Corona Hilfe Greven“, 0176 40 77 94 33 (Kirchhoff) und 01514 16 97 84 8 (Heidemann).

Christa Kniete, Ehrenamtskoordinatorin der Stadt, ist zu den Bürozeiten unter 02571/920 258, Email:  christa.kriete@stadt-greven.de

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