Lucie Hallet ist als Au-pair für eine Grevener Familie tätig
Kinder und Deutsch: Ein echter Vollzeitjob

Greven -

Die 21-jährige Französin Lucie Hallet ist gerade bei einer Familie in Greven als Au-pair tätig. Was sie hier erlebt, hat sie uns erzählt.

Montag, 23.03.2020, 06:10 Uhr aktualisiert: 23.03.2020, 06:20 Uhr
Lucie Hallet ist als Au-pair in einer Familie tätig
Lucie Hallet ist als Au-pair in einer Familie tätig Foto: Nele Grüter

„Als ich ankam, konnte ich nur Hallo sagen. Vielleicht war das rückblickend nicht die klügste Idee“, erzählt Lucie Hallet .

Die 21-jährige Französin ist gerade bei einer Familie in Greven als Au-pair tätig. Sie kümmert sich um die beiden Kinder und lernt nebenbei noch die deutsche Sprache. „Das ist echt ein Vollzeitjob“, sagt Hallet. Als Au-pair ist sie eigentlich nur 30 Stunden die Woche tätig, „aber man hört ja nicht auf, für die Kinder da zu sein.“

Seit Ende Oktober ist sie in Greven, Ende März ist ihre Zeit in Deutschland schon wieder vorbei. Sie kümmert sich um die einjährige Thalia und den zweijährigen Lion. „Im Nachhinein hätte ich mich vielleicht für eine Familie mit älteren Kindern entscheiden sollen, die auch schon sprechen können“, sagt Lucie Hallet.

Schließlich ist die 21-jährige hauptsächlich nach Deutschland gekommen, um die Sprache zu lernen.

Sie hat letztes Jahr ihren Bachelor in Betriebswirtschaftslehre gemacht. Während ihres Studiums besuchte sie Veranstaltungen zu der deutschen Wirtschaft und ist bis heute nachhaltig beeindruckt.

Das Interesse für Deutschland hat Lucie Hallet auch letztendlich dazu bewegt, sich als Au-pair in Deutschland zu bewerben. „Um hier Erfahrungen sammeln zu können, musste ich mir überlegen, wie ich am besten dort hinkomme.“

Die Entscheidung für einen Au-pair-Job fiel schnell: „Um in Deutschland arbeiten zu können, hätte ich ja die Sprache beherrschen müssen.“ „Und in Frankreich wird zwar oft gesagt, dass alle Deutschen Englisch können, aber das stimmt nicht“, erzählt Lucie Hallet lachend.

Die Kinder, um die sie sich kümmert, sind vormittags in einer Krabbelgruppe (zumindest war das so in Vor-Corona-Zeiten). In dieser Zeit und in den Abendstunden besucht Lucie Hallet Deutschkurse.

„Ich kann mir schon vorstellen, irgendwann nach Deutschland zurückzukehren. Deswegen arbeitete ich auch weiter an meinen sprachlichen Fähigkeiten“, erzählt sie.

Lucie Hallet möchte auch ihre Grevener Familie noch mal besuchen. „Zu Weihnachten wurde ich gefragt, ob ich mit auf das Foto für die Weihnachtskarte möchte. Da hab ich wirklich total als Teil der Familie gefühlt“, erzählt sie.

Noch mal würde sie sich allerdings nicht als Au-pair bewerben. „Man ist nun mal sehr abhängig“, erklärt Lucie Hallet. „Ich bereue es überhaupt nicht, aber die Tätigkeit als Au-pair kostet sehr viel Energie, da man quasi nie aufhört, zu arbeiten“.

Auch sei man emotional sehr an seine Gastfamilie gebunden. Das sei nicht immer leicht, gerade mit dem Wissen im Hinterkopf, dass man sich wieder verabschieden muss.

„Schön ist natürlich, dass ich so auch an einem kulturellen Austausch teilnehmen konnte“, sagt die Französin. Obwohl Deutschland und Frankreich Nachbarländer sind, sei vieles unterschiedlich. An an die vielen Fahrräder musste sich Lucie Hallet erst einmal gewöhnen.

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