Kritische Güter müssen sicher ans Ziel kommen
Fiege setzt weiter Notfallkonzept um

Greven -

Beim Versand darf jetzt nichts schief gehen. Besonders, wenn es um medizinisches Material geht. Fiege erweitert sein Krisenkonzept.

Mittwoch, 25.03.2020, 10:00 Uhr aktualisiert: 25.03.2020, 19:56 Uhr
Blick in ein Fiege-Lager für medizinischen Bedarf.
Blick in ein Fiege-Lager für medizinischen Bedarf. Foto: Fiege

Der Grevener Logistikdienstleister Fiege setzt aufgrund der voranschreitenden Ausbreitung des Coronavirus weitere Schritte seines Notfallplans um.

Ziel sei es, die Bestände kritischer Güter unter Einhaltung besonderer Sicherheitsvorschriften strategisch zu verteilen und Lieferketten sicherzustellen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Unter anderem betrifft das pharmazeutische und medizinische Versorgungsgüter sowie Lebensmittel und wichtige Produktionsmittel.

Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt in Apfelstädt bei Erfurt werden drei weitere Standorte zu Notfalllagern ausgebaut. Zudem hat Fiege das Internetportal Flexfillment als digitale Börse für Lagerkapazitäten auf den Weg gebracht. Auf der Plattform für On-Demand-Warehousing können Logistiker, Händler und Hersteller freie Kapazität anbieten.

„Die Umsetzung unseres logistischen Krisenplans läuft auf Hochtouren“, berichtet Felix Fiege, Vorstandsvorsitzender der Fiege Gruppe. „Nachdem das Konzept in Apfelstädt im Februar erfolgreich realisiert wurde und bereits sämtliche freie Kapazitäten belegt sind, gehen nun drei weitere Notfalllager an den Start.“

Diese Standorte unterliegen besonderen Hygiene-, Sicherheits- und Schulungsanforderungen. Das Konzept sieht darüber hinaus vor, dass kritische Güter priorisiert behandelt und bei Bedarf über mehrere Standorte verteilt werden.

Da die Corona-Pandemie weite Teile Europas fest im Griff hält, hat die Versorgung von Gesundheitseinrichtungen besondere Priorität. „Mit unseren Notfalllagern können wir auf ein GDP-zertifiziertes Transportnetzwerk unserer HealthCare Business Unit zurückgreifen. Zudem nutzen wir unsere zehn über ganz Deutschland verteilten 24/7-HealthCare-Hubs, mit denen wir innerhalb von vier Stunden Krankenhäuser, Praxen und Apotheken in der DACH-Region beliefern können“, erklärt Felix Fiege.

Um auch die Lieferketten anderer kritischer Güter europaweit sicherzustellen, werde das Logistikunternehmen seinen Krisenplan konsequent vorantreiben. In einer dritten Phase sollen bis Ende April noch einmal neun zusätzliche Standorte als Notfalllager zur Verfügung stehen.

Ein weiterer Schritt des Notfallkonzepts ist die Entwicklung des Onlineportals Flexfillment. Die Plattform für die flexible Vermittlung von Lagerkapazitäten steht Logistikern und Unternehmen kostenfrei zur Verfügung. Es gibt aktuell ein erhebliches Ungleichgewicht im Markt. Einerseits freie Kapazitäten beispielsweise durch Produktionsstopps und außergewöhnliche Bedarfe in der Versorgung kritischer Güter. So sollen Lieferketten optimiert, Transportwege verkürzt und Leerstände vermieden werden. Bei erfolgreicher Vermittlung können die Unternehmen nach dem Grundsatz „Pay what you want“ an die Josef Fiege Stiftung spenden. Der Betrag kommt später einem sozialen Projekt zur Bekämpfung der Folgen des Coronavirus zugute.

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