Land und Kommunen sichern Tagespflegepersonen finanziell ab
85 Kinder in der Notbetreuung – Tendenz steigend

GReven -

Die Zahl der Grevener Kinder, deren Kinder aktuell eine Notbetreuung in der Tagespflege, einer Kita oder Schule in Anspruch nehmen, nimmt zu. Die Stadt rechnet mit einer weiteren Zunahme.

Mittwoch, 25.03.2020, 09:42 Uhr aktualisiert: 25.03.2020, 19:56 Uhr
85 Tagespflege-, Kita- und Schulkinder aus Greven werden derzeit in mehreren Einrichtungen notbetreut.
85 Tagespflege-, Kita- und Schulkinder aus Greven werden derzeit in mehreren Einrichtungen notbetreut. Foto: Archiv

Deutlich mehr Mails als gewöhnlich verschickt derzeit Bettina Rosenthal. Die Vorsitzende des Tageselternvereins „GreTa“ steht in engem Kontakt mit dem Jugendamt und leitet permanent neueste Meldungen an die Tageseltern weiter. Die sind angesichts dynamischer Entwicklungen wichtiger denn je.

Die wichtigste Info: „Wir hängen nicht in der Luft“, sagt Bettina Rosenthal., „Es gibt Zusagen bis Ende April.“ Mindestens bis zu dem Zeitpunkt sei die Bezahlung der Tageseltern gesichert – unabhängig davon, ob sie aktuell Betreuungsarbeit leisten oder nicht. Was Tagespflegepersonen erst einmal eine große Sorge nimmt. „Es wäre für viele sonst sehr schwierig.“ Sie seien rechtlich eigenständig und schlössen Verträge mit den jeweiligen Eltern, tragen somit auch ein erhebliches wirtschaftliches Risiko. Umso wichtiger, dass Land und Kommunen die Finanzierung vorerst sichern.

Dafür müssen die Tagespflegeeltern aber auch „zur Verfügung stehen“, wie es in einer Mail aus dem Landesfamilienministerium heißt. Grund: Betreuungsverträge bleiben bestehen, eine tatsächliche Betreuung erfolgt allerdings nur noch für Kinder von Personen, die in so genannten kritischen Infrastrukturen tätig sind. Daher müssen Kindertagespflegepersonen ihre Leistung weiter bereitstellen.

Und sich – wie viele andere derzeit auch – auf Veränderungen fast im Stundentakt einstellen. Beispielsweise bei der Frage, wer Notbetreuung überhaupt in Anspruch nehmen kann. Hieß es zunächst, beide Elternteile müssten in systemrelevanten Berufen tätig sein, reicht es jetzt auch, wenn dies nur auf ein Elternteil zutrifft.

Wo immer eine solche Notfallbetreuung durch Eltern in Anspruch genommen werde, achte man darauf, so Rosenthal, dass die jeweiligen Kinder von den bisherigen Tagespflegepersonen weiter betreut würden, um neue Sozialkontakte zu vermeiden.

Die Frage, ob Beiträge erstattet werden, ist in der Tagespflege bislang nur vereinzelt angesprochen worden. „Erstmal ist die Notbetreuung wichtiger als diese Frage“, sagt Bettina Rosenthal, die deshalb Eltern zu etwas Geduld rät.

Aktuell (Stand Dienstag) werden im Übrigen sieben Kinder von drei Tagespflegepersonen betreut, wie die Stadt auf Anfrage mitteilte. Hinzu kommen 52 Kinder, die verteilt auf 18 Kitas notbetreut werden. In den Schulen (alle außer der AFR) werden 26 Jungen und Mädchen betreut (je einmal Gymnasium und Gesamtschule, sonst alles Grundschüler). Das sind insgesamt neun mehr als am Vortag. Und die Stadt rechnet angesichts der veränderten Voraussetzungen mit weiter steigenden Zahlen.

Die Notbetreuung kann im Bedarfsfall auch am Wochenende und in den Osterferien in Anspruch genommen werden (außer von Karfreitag bis Ostermontag). Einen Betreuungsanspruch haben auch Eltern, deren Kinder normalerweise keine Kita, Kindertagespflegestelle oder OGS besuchen.

  • Die Stadt Greven hat für Fragen zur Notbetreuung auch eine Sammelrufnummer eingerichtet: 02571/ 920 900. Ein Antragsformular kann auf www.greven.net heruntergeladen werden.
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