Wertstoffhof für Reckenfeld auf der Wunschliste
„Man fühlt sich verschaukelt“

Reckenfeld -

Ein eigene Grünannahmestelle in Grevens Ortsteil Reckenfeld steht auf der Wunschliste gleich mehrerer Fraktionen. Am weitesten geht die SPD, die kurzfristig einen mobilen und mittelfristig einen stationären, kleinen Wertstoffhof fordert, an dem Grünabfall, Sperrmüll und Papier abgegeben werden kann. Nicht alle Politiker unterstützen das. Es sei zumutbar, den Wertstoffhof in Greven - sobald er wieder öffnet - zu nutzen.

Freitag, 27.03.2020, 07:12 Uhr aktualisiert: 27.03.2020, 07:20 Uhr
Der Grevener Wertstoffhof steht – sobald er wieder öffnet – auch Reckenfeldern zur Verfügung. Manchen Politikern reicht das nicht, sie wollen eine eigene Lösung für den Ortsteil.
Der Grevener Wertstoffhof steht – sobald er wieder öffnet – auch Reckenfeldern zur Verfügung. Manchen Politikern reicht das nicht, sie wollen eine eigene Lösung für den Ortsteil. Foto: Oliver Hengst

Das waren noch Zeiten, als Dinge wie eine Grünannahmestelle für Reckenfeld im Mittelpunkt standen. Genau darüber sprachen die Mitglieder des Bezirksausschusses in der letzten Sitzung vor der Corona-Krise. Aktuell überlagert der Virus zwar alles. Aber irgendwann, wenn die Krise vorüber ist, gewinnt auch dieses Thema wieder an Relevanz.

Aktuell müssten Reckenfelder ihre Grünabfälle zum Wertstoffhof in Greven bringen – so er denn geöffnet hätte, was bekanntlich nicht der Fall ist. Dass es in Reckenfeld keine Anlaufstelle gibt, missfällt vor allem der SPD und Reckenfeld direkt, die jeweils Anträge stellten, eine Grünannahmestelle im Ortsteil einzurichten.

Die SPD geht sogar noch weiter. Sie fordert kurzfristig eine mobile Annahmestelle für Grünabfälle, Altholz und Sperrmüll. Mittelfristig soll es dann einen kleinen „Nebenwertstoffhof“ als feste Einrichtung geben, wo dann zusätzlich auch Altpapier abgegeben werden kann. Möglicherweise könne man ein Reckenfelder Unternehmen mit dem Betrieb eines solchen kleinen Wertstoffhofes beauftragen, erläuterte Wolfgang Voß (SPD). Ernst Reiling (Reckenfeld direkt) nannte den Vorgang eine „unendliche Geschichte“. Eine Zusage, dass es eine Lösung für Reckenfeld geben werde, sei noch immer nicht eingelöst worden. „Da muss ich sagen: Da fühlt man sich wirklich ein bisschen verschaukelt“, bemängelte Reiling.

„Kurzfristig“ sei die Einrichtung eines mobilen Angebotes nicht möglich, verdeutlichte André Kintrup, kommissarischer Leiter der Technischen Betriebe Greven. So etwas müsse ausgeschrieben werden, was mindestens ein halbes Jahr in Anspruch nehme. Man werde prüfen, was vergaberechtlich zulässig sei. Kintrup betonte aber auch: Die Frage der Abfallentsorgung in Reckenfeld müsse eingebunden sein in das städtische Gesamtkonzept, „das sowie neu aufgestellt gehört“. Im Übrigen könne der neue Wertstoffhof – wie gesagt: zum Zeitpunkt der Debatte noch geöffnet – natürlich auch von Reckenfeldern angesteuert werden.

„Man kann auch zu Ahlert oder Lohmann fahren und dort seinen Grünabfall hinbringen“, ergänzte Andreas Hajek (CDU). Dort sei die Entsorgung zwar nicht kostenlos möglich, aber für Reckenfelder möglicherweise bequemer. Laut Kintrup nehmen die Entsorger Papier auch kostenfrei entgegen.

Für Wilfried Roth (FDP) stellt sich die Frage einer eigenen Reckenfelder Annahmestelle so gar nicht: „Vom Grevener Süden ist es bis zum Wertstoffhof genauso weit wie von Reckenfeld aus.“ Andere Ausschussmitglieder verwiesen hier auch auf Gimbte und Schmedehausen.

Wolfgang Voß jedoch erinnerte an das Abfallkonzept für Greven. Dies enthalte die Empfehlung des Gutachters Prof. Gellenbeck, der eine Annahmestelle in Reckenfeld für Grün und Sperrmüll als „sinnvoll“ einstufe. Dies sei bei der Dimensionierung und Konzeptionierung des Wertstoffhofes womöglich gar nicht beachtet worden, weil das Gutachten davon ausgehe, dass Reckenfelder ihren Grünabfall in Reckenfeld entsorgen könnten.

Bürgermeister Peter Vennemeyer sagte eine Prüfung des SPD-Antrages zu. „Klar ist aber auch: Wenn wir hier einen Wertstoffhof bauen – der wird über Gebühren finanziert. Das wird nicht unerhebliche Auswirkungen auf die Müllgebühren haben.“

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