Alternativen können Pumpen verstopfen
Nur Toilettenpapier ist problemfrei

GReven -

Ein akutes Problem, das über das ohnehin gewohnte Maß hinausgeht, hat sich im Klärwerk noch nicht eingestellt. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Deshalb warnt Klaus Rading, im Rathaus für Abwasserfragen zuständig, eindringlich: Feuchttücher haben in der Toilette nichts zu suchen.

Samstag, 28.03.2020, 07:02 Uhr aktualisiert: 02.04.2020, 08:46 Uhr
Nicht schön: Feuchttücher, die über die Toilette entsorgt werden, setzten sich in den Pumpwerken fest und können die Leitungen verstopfen.
Nicht schön: Feuchttücher, die über die Toilette entsorgt werden, setzten sich in den Pumpwerken fest und können die Leitungen verstopfen. Foto: Stadt Greven

 

Anlass ist der Toilettenpapier-Mangel in vielen Geschäften infolge der Corona-Krise, der manche Bürger dazu veranlassen könnte, auf Alternativen auszuweichen. Noch ist davon im Klärwerk zwar nichts angekommen – zumindest nicht mehr als ohnehin schon. „Uns ist noch nichts aufgefallen“, sagt Rading . Was aber schlicht daran liegen könnte, dass es bei den Menschen zuhause eben (noch) keinen Mangel an herkömmlichem Klopapier gibt. Denn viele haben sich bevorratet.

Der Grund, warum für das Team im Klärwerk die Feuchtpapier ein rotes Tuch sind: die so genannte Verzopfung. „Wir haben im Grunde überall Pumpwerke im Einsatz“, erklärt Rading. Das Klärwerk werde fast ausschließlich mit Schmutzwasser gespeist, das aus einer gewissen Entfernung herangeschafft wird – eben mit Pumpen. Und in diesen sorgen Feuchttücher für massive Probleme. „Die sind nicht unbedingt schnittfähig“, sagt Rading. Schuld sei die Beimischung von textilen Kunstfasern.

Die Folge ist, dass sich die Tücher im Räderwerk der Pumpen verfangen und aufwickeln – die Verzopfung. Das geht soweit, dass die Pumpen blockieren und die Leitungen verstopfen. „Die Kollegen müssen dann raus und das lösen.“ Keine ganz appetitliche Aufgabe, wie man sich vorstellen kann. Ein Problem, dass den Mitarbeitern des Klärwerkes auch schon in Vor-Corona-Zeiten Arbeit bescherte. Nahezu täglich, auch an Wochenenden und Feiertagen müssen sie derartige Blockaden lösen, die eindeutig von den Feuchttüchern verursacht werden. Die Vlies-Tücher sollten deshalb über den Restmüll entsorgt werden.

Laut Verbraucherzentrale NRW sind auch Küchenpapier, Taschentücher und Kosmetiktücher problematisch. „Diese Haushaltspapiere können aufgrund ihrer großen und festen Beschaffenheit die Toiletten verstopfen“, warnt die Verbraucherzentrale. Die im Vergleich zu dünnem Toilettenpapier sehr dicken und festen Papiere lösen sich im Wasser nicht auf, sondern verstopfen die Rohre. Das WC drohe überzulaufen. Im schlimmsten Fall müsse ein Fachmann ran, um den Abfluss wieder freizulegen. Der Rat lautet daher auch in diesem Fall: Entsorgung über die Restmülltonne.

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