Moluna kämpft mit dem Corona-Wachstum im Online-Handel
„Wir haben Weihnachtsgeschäft“

Montag, 30.03.2020, 06:36 Uhr aktualisiert: 30.03.2020, 06:40 Uhr
Helge Blischke mit seinem Hund im Moluna-Vertrieb an der Münsterstraße.
Helge Blischke mit seinem Hund im Moluna-Vertrieb an der Münsterstraße. Foto: Günter Benning

Blischke betreibt sein Online-Buch- und Spiele-Geschäft aus einer ehemaligen Mühle an der Münsterstraße heraus. Gerade hat er erst das zweite Geschoss dazu gemietet. Hier ziehen die derzeit acht Mitarbeiter ein, das Lager befindet sich weiter im Erdgeschoss und wird vergrößert. Aber den Großteil seines Umsatzes von 17 Millionen Euro im vergangen Jahr wickelt er über Verteilcenter ab.

Blischke, ausgebildet bei der Sparkasse, ist im Online-Gewerbe groß geworden. Er war beim Plattenhändler JPC und hat dessen Ausstieg vom lokalen in den Internet-Handel begleitet. Dann wechselte er zu Flexist, ein IT-Unternehmen, in dem er sich mit Versandhandel beschäftigte. Bevor ein Wechsel in die Schweiz möglich gewesen wäre, machte sich der Osnabrücker lieber selbstständig. Mit Moluna besetzte er eine Nische in einem Markt, der vom Handels-Riesen Amazon schon abgegrast zu sein schien.

Als seine Vorteile sieht er den persönlichen Service und die flotte Lieferung – dass Moluna außerdem ein deutscher Händler ist, hilft bei all denen, die nicht gern Geschäfte mit US-Riesen machen.

Aber in Corona-Zeiten muss Blischke gerade bei seinen Vorteilen bremsen: Lieferzeiten verlängern, Preise anheben, einfach in einigen Bereichen etwas unattraktiver werden. Denn wenn plötzlich die Nachfrage um das Doppelte steigt, kann Wachstum alle überfordern.

Dabei ist Blischke, der in seinem Kleinbetrieb noch drei Betriebshunde zur Klimaverbesserung mitlaufen lässt, an Wachstum gewöhnt.

Gerade hat ihn Focus Business nach einer Untersuchung des Daten-Instituts Statista auf Platz 156 unter den 1000 am schnellsten wachsenden Unternehmen in Deutschland gesetzt. Im vergangenen Jahr wuchs sein Umsatz nach eigenen Angaben um 70 Prozent.

Sondereffekte wie Corona sorgen da noch mal für mehr Schwung und zusätzlichen Stress. Seine Büro-Mitarbeiter sitzen derzeit alle im Home-Office. „Das ist jetzt extrem anstrengend“, sagt er, „weil keiner mit so etwas gerechnet hat.“

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