Agricola
Ein Experte für landwirtschaftliche Themen

Greven -

Gerhard Joseph Westrup war ein Landwirtschaftsexperte. In der Zeitung schrieb er Hunderte Artikel über Pflanzen. Hans-Dieter Bez erinnert an den Oberlandwirtschaftsrat.

Samstag, 04.04.2020, 10:18 Uhr
Dr. agr. Franz Gerhard Joseph Westrup
Dr. agr. Franz Gerhard Joseph Westrup Foto: Bez

Hinter dem Decknamen AGRICOLA (zu Deutsch: der Bauer) „verbirgt“ sich der am 24.11.1900 in Greven geborene Oberlandwirtschaftsrat a.D. und Oberregierungsrat i.R. Dr. agr. Franz Gerhard Joseph Westrup. Er stammt von dem Hof Westrup in Greven-Herbern.

Nach seinem Landwirtschaftsstudium und seiner Promotion war er zunächst bei der Landwirtschaftskammer Bonn und danach im Landwirtschaftsministerium Mainz tätig. Anschließend hat er als Landwirtschaftslehrer ab 1928 an den Landwirtschaftsschulen in Hennef und danach bis 1944 in Prüm (Eifel) gearbeitet.

Nach dem Kriege war er als Schulleiter an der von ihm aufgebauten Landwirtschaftsschule in Daun (Eifel) bis zu seinem Ruhestand tätig. Dort hat er auch mit seiner Familie gewohnt. Seinen Ruhesitz hat er nach seiner Pensionierung im Jahre 1966 zusammen mit seiner Frau in Greven genommen.

Nach seiner Pensionierung schrieb er unter dem Decknamen AGRICOLA weiterhin Beiträge für mehrere landwirtschaftliche Fachzeitschriften. Auch für die Grevener Ausgabe der Westfälischen Nachrichten schrieb er bereits ab Juni 1966 bis zum August 1980 Artikel über die Pflanzen und Tierwelt in Greven. Der letzte Artikel von ihm zu diesen Themen erschien am Tage nach seinem Tode in den WN zusammen mit seiner Todesnachricht.

Er schrieb im genannten Zeitraum rund 940 Artikel über die Pflanzen im Garten und in der freien Natur, über ihre Pflege und ihre Besonderheiten, und über die Tierwelt. Er stellte Lebensbedingungen und -gewohnheiten der im Grevener Raum lebenden Tiere ausführlich vor und setzte sich für die Erhaltung ihres Lebensraumes ein.

Nicht immer wurden seine Artikel über die Grevener Fauna und Flora mit seinem Decknamen gekennzeichnet, denn manchmal wurden zwei seiner Artikel an einem Tag veröffentlicht, manchmal fehlte der Platz für den Decknamen, aber immer waren seine Artikel erkennbar von ihrem Inhalt und vom Schreibstil her.

Vom November 1966 bis zum Dezember 1976 veröffentlichte er in den Westfälischen Nachrichten auch Porträts von 417 Bauernhöfen, neun ländlichen Gaststätten, einer Windmühle, zwei Gartenbaubetrieben und einem Landmaschinenbetrieb, alles Grevener Betriebe. Alle diese Artikel waren mit AGRICOLA unterschrieben. Die umfassende Bearbeitung aller Grevener Bauernhöfe in den zwölf Grevener Bauerschaften und der Innenstadt innerhalb der genannten Zeit, dazu die vielen Artikel über die Grevener Fauna und Flora, das ist eine wirklich erstaunliche Leistung.

Noch mehr überrascht, wie viele Informationen er zu den einzelnen Höfen zusammentragen konnte. Denn enthalten sind in seinen Berichten die Erläuterung des Hofnamens, ausführliche Berichte über die Geschichte des Hofes, die Namen der Inhaber-Familie(n), sodann die Größe der hofeigenen und der gepachteten Flächen, Hinweise zur Viehhaltung und zur Ausrüstung mit wichtigen Maschinen, zu den Gebäuden und zu den einzelnen Betriebszweigen.

Besonders interessant ist sein langer Artikel aus dem Jahre 1970 unter der Überschrift „Guter Familienbetrieb wird seinen Platz behalten“, abgedruckt in den WN. Er verstarb am 5. August 1980 in Greven.

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