Querflötenlehrer Gary Woolf unterrichtet per Internet
Nur der Klang ist nicht perfekt

Greven/Reckenfeld -

Gary Woolf ist Musikschullehrer bei der Grevener Musikschule. Und er unterrichtet aufgrund der Corona-Beschränkungen online. Er benutzt die gängigen Video-Konferenz-Programm, Skype oder Zoom: „Die Kinder haben das heute doch alle.“ Nur drei seiner Schüler machen nicht mit bei seiner Online-Schule. Eine sei schon über 70, da könne er es verstehen. „Aber 98 Prozent machen mit und es klappt gut.“

Sonntag, 05.04.2020, 17:59 Uhr aktualisiert: 06.04.2020, 16:56 Uhr
Das Bild erscheint etwas unscharf – leider sind die Computerkameras oft nicht von der besten Sorte: Gary Woolf unterrichtet derzeit online.
Das Bild erscheint etwas unscharf – leider sind die Computerkameras oft nicht von der besten Sorte: Gary Woolf unterrichtet derzeit online. Foto: Günter Benning

Gary Woolf (49) sitzt in seinem Gästezimmer. Das Bild der Computerkamera ist ein wenig unscharf. Genauso wie man es derzeit überall sehen kann, wo Menschen online kommunizieren. Er zückt die Querflöte und spielt einen Ton an. Genauso wie im richtigen Unterricht.

Woolf ist Querflötenlehrer an der Musikschule Greven/Emsdetten/Saerbeck. „Als wir die Schule wegen Corona schließen mussten, hat uns die Schulleiterin ermuntert, online zu unterrichten“, sagt der Brite, der seit 1999 in Münster lebt.

Für ihn war das kein großer Umstieg: „Ich habe viele Freunde in den USA, da ist Online-Unterricht ganz normal.“ Schon deshalb, weil die Schüler sonst sehr weite Wege zurücklegen müssten.

Er benutzt die gängigen Video-Konferenz-Programm, Skype oder Zoom: „Die Kinder haben das heute doch alle.“ Nur drei seiner Schüler machen nicht mit bei seiner Online-Schule. Eine sei schon über 70, da könne er es verstehen. „Aber 98 Prozent machen mit und es klappt gut.“

Wobei man sich schon etwas umstellen muss. Allein die Tonqualität lässt zu wünschen übrig. Um die Datenmenge so klein wie möglich zu halten, komprimieren die Programme den Ton, Höhe und Tiefen werden ausgeblendet, der wirkliche Klang ist das nicht, was da aus den Lautsprechern kommt.

„Und die Technologie ist auch nicht so weit, das wir gleichzeitig spielen könnten“, sagt Woolf. Datenübertragung wie sie im jüngsten Tatort vorgeführt wurde, also in „Echtzeit“ ist meist noch ein Traum. Darum bleibt immer eine winzige Zeitlücke zwischen Mikrofon und Ausgang. Wenn da ein Ensemble versuchen würde, zu spielen, käme wohl ein Missklang zustande. „Meine Ensembles kann ich deshalb im Augenblick nicht weiter betreuten“, sagt Woolf. Es sei denn, jeder spielt seinen Part solo ein und verschickt die Tonspuren an den Musiklehrer. „Im A-Capella-Make kann ich die zusammenschneiden, das ist ganz leicht.“

Woolf ist bei London aufgewachsen und hat mit 13 einen Schulaustausch mit dem Tecklenburger Gymnasium absolviert. Als er dann bei Skifahren seine große Liebe kennenlernte, zog er nach Münster. „Heute spiele ich da mit vielen Ensembles aus der ganzen Welt zusammen“, sagt er und er hofft, „nach Corona wird es auch wieder möglich sein, Face to Face zu spielen.“

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