Die katholischen Taufbolde tummeln sich in ihrem Podcast
Plaudern über Harry Potter

Donnerstag, 09.04.2020, 20:10 Uhr

Selbstverständlich hat der junge Priester des Bistums Münster auch die Bücher von Schriftstellerin Joanne K. Rowling verschlungen... Ganz anders als sein Freund und Mitbruder Ralf Meyer . Der Ex-Grevener und künftige Burgkaplan der Jugendburg Gemen ist kein Fan der Fantasiegeschichten. Doch für die neueste Produktion ihres gemeinsamen Podcasts „Taufbolde“ wollten die beiden die Erzählungen trotzdem zum Thema machen: „Gute geistliche Angebote gibt es in der Corona-Krise von vielen Pfarreien“, loben sie die großartige Kreativität der vielen Ehren- und Hauptamtlichen.

Sie wollen deshalb dieses Mal für unterhaltsame „weltliche“ Abwechslung sorgen und kommentieren die acht „ Harry Potter “-Filme auf ihre ganz eigene, humorvolle Weise, mit teils theologischen Exkursen. Eines versprechen sie: „Alles ist garantiert corona-frei.“ Voraussetzung allerdings: Man muss die Filme als DVD zu Hause haben – oder sie im Internet anschauen.

Jeden Tag in der Karwoche werden die Kapläne einen Beitrag online stellen. Los ging es am Palmsonntag. Mit ihrer Idee richten sie sich vor allem, aber nicht nur, an Familien mit jugendlichem Nachwuchs. Während die Kinder „Harry Potter“ schauen, können die Eltern mit einem Knopf im Ohr die Kommentare der „Taufbolde“ hören. Hendrix, den alle nur Jimi nennen, entpuppt sich dabei als absoluter Kenner der magischen Harry-Potter-Welt, der auf alles eine Antwort hat. „Ich bin, was das angeht, ein echter Nerd“, weiß der 31-Jährige um seine besondere Leidenschaft. Fürs Fragenstellen ist Ralf Meyer zuständig. Die beiden spielen sich – wie stets in ihrem „Taufbolde“-Podcast – die Bälle geschickt zu.

Auch wenn die „Harry Potter“-Filme keine religiösen Inhalte versprechen, haben die jungen Priester doch Botschaften entdeckt, die theologisch gedeutet werden können. Beispielsweise im ersten Film, wenn Harry Potter als Baby umgebracht werden soll und seine Mutter sich schützend vor ihren Sohn stellt. „Die Liebe geht hier über den Tod hinaus“, erklärt Meyer die darin steckende Parallele zum christlichen Glauben.

Überhaupt spielten der Umgang mit dem Tod und die Hoffnung auf nicht enden wollendes oder, anders ausgedrückt, ewiges Leben eine zentrale Rolle in allen acht Filmen.

Die Priester wissen sehr wohl, dass dies keine hohe Theologie ist: „Aber es tauchen in den Verfilmungen Sinnbilder auf, die durchaus vergleichbar und griffig sind.“ So, davon sind sie überzeugt, lässt sich manches den Menschen eher nahebringen als in einer Predigt.

Viele Szenen in den „Harry Potter“-Filmen wurden in einer Kathedrale gedreht. In ihren Kommentaren liefern Hendrix und Meyer dazu Wissenswertes über Heiligenfiguren, die der Zuschauer sonst kaum wahrnimmt. Und dass in Hogwarts, der Schule für Hexerei und Zauberei, Ostern und Weihnachten gefeiert wird, sei auch ein Zeichen dafür, dass für Autorin Rowling das Christsein zumindest etwas bedeutsam war.

Wer die „Harry Potter“-Filme mal ganz anders sehen möchte, findet die beiden als „Taufbolde“ kostenfrei bei Deezer, Google Play, Itunes, podcast.de und Spotify.

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