Erster Gottesdienst in der Martinus-Kirche in der Corona-Krise
Zurückhaltende Beteiligung

Greven -

Es war der erste Gottesdienst seit langem. Nach der Lockerung der Beschränkungen in der Corona-Zeit fanden sich am Samstagabend etwa 25 Gläubige zur ersten Messe seit langem wieder in der Martinus-Kirche ein.

Montag, 04.05.2020, 07:30 Uhr aktualisiert: 05.05.2020, 16:00 Uhr
Weit auseinander sitzend nahmen die Gläubigen an dem ersten Gottesdienst in der Corona-Zeit teil, der von Pfarrer Clemens Döpker zelebriert wurde.
Weit auseinander sitzend nahmen die Gläubigen an dem ersten Gottesdienst in der Corona-Zeit teil, der von Pfarrer Clemens Döpker zelebriert wurde. Foto: Peter Beckmann

Resümee eines Besuchers: „Es war schon etwas befremdlich, aber ich freue mich, dass wir jetzt endlich wieder gemeinsam Gottesdienste feiern können.“

Die Vorbereitungen für diesen Gottesdienst waren recht aufwendig. „Wir sind tatsächlich mit dem Zollstock durch die Reihen gegangen“, erzählt Pastoralreferent Matthias Brinkschulte . Und: Man sei dabei sehr pingelig vorgegangen. „Die Bänke stehen 1,36 Meter auseinander, haben also zu wenig Abstand“, erklärte er. Resultat: Zwischen den Reihen, die von den Gläubigen genutzt werden konnten, war immer eine Bankreihe frei. Und natürlich musste in den Reihen selbst der 1,5 Meter Abstand gehalten werden.

So kamen dann insgesamt 44 Sitzorte zusammen, die bei optimaler Besetzung knapp 100 Gläubigen Platz boten. Die Sitzorte waren für vier, drei, zwei oder einen Gläubigen vorgesehen und wurden am Nordeingang der Kirche von vier Ordnern der Gemeinde zugeteilt. „Familien dürfen ja zusammen sitzen“, erklärte Brinkschulte das Vorgehen.

Ein ungewöhnliches Verfahren wie überhaupt der Gottesdienst einen ungewöhnlichen Ablauf hatte. Die Weihwasserbecken blieben weiterhin leer. Auf das Singen wurde verzichtet, Organist Sebastian Bange sorgte für die alleinige musikalische Untermalung des Gottesdienstes. Mundschutz war zwar nicht Pflicht, aber durchaus gewollt. Die Kommunion fand still ohne den üblichen Dialog statt, die Wege waren neu geregelt, um eine zu große Nähe zu verhindern. Die Aufgabe der Messdiener wurden von Brinkschulte wahrgenommen.

Pfarrer Clemens Döpker hielt die Messe, der leitende Pfarrer Klaus Lunemann hatte zum 1. Mai seine Sabbatzeit angetreten. Und natürlich wurde in diesem ersten Gottesdienst für alle Opfer der Corona-Pandemie gebetet.

Brinkschulte zog nach dem Gottesdienst eine positive Bilanz. „Das alles war für uns natürlich Neuland, aber es hat alles gut und reibungslos geklappt.“ Beim zweiten Gottesdienst am Sonntagmorgen kamen 48 Gläubige in die Martinus-Kirche.

Die eher zurückhaltende Beteiligung der Gläubigen sieht Brinkschulte allerdings durchaus nicht negativ. „Es gibt sicherlich viele ältere Menschen, die ja zur Risiko-Gruppe gehören, die aus Vorsicht lieber auf die Teilnahme am Gottesdienst verzichten“, so seine Einschätzung.

Und sicher spielte auch die Unsicherheit eine Rolle, ob man überhaupt noch einen Platz im Gottesdienst bekam. „Dieses Wochenende war ja erst die Testphase, für die Gottesdienst am kommenden Wochenende müssen sich die Gläubigen dann telefonisch im Pfarrbüro anmelden“, verdeutlichte der Pastoralreferent.

Allen gemeinsam war der Wunsch, in nicht all zu ferner Zukunft wieder einen „normalen“ Gottesdienst feiern zu können.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7393832?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F168%2F
Nachrichten-Ticker